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[0:53] Ihr werdet wahrscheinlich keinen Psalm finden, der nicht jetzt aktuell in deinem Leben spricht. Manchmal geht es mir sehr gut, dann finde ich einen Jubelpsalm. [1:05] Und manchmal geht es mir sehr schlecht und dann finde ich einen Psalm des Trostes und der Ermutigung. Also es ist immer was für jeden da. Psalm 63 ist da keine Ausnahme. [1:18] Ausleger Derek Kidner sagt über diesen Psalm, einmal mehr bringt die schlimmste Lebenssituation das Beste aus David. In Worten wie auch in Taten. [1:31] Es gibt vielleicht viele andere Psalme mit derselben Ausdrucksform der Hingabe, aber nur wenige, wenn überhaupt, übertreffen sie. In Psalm 63, da steckt David in einer absoluten Notlage, eine Notsituation. [1:48] Er ist erschöpft, er kann nicht mehr und inmitten dieser Notlage bricht David in Tränen aus, in Jubel aus. Mitten in der Not bricht David in Jubel aus. [2:02] Faszinierend. Und der Psalm ist gespickt von Kontrasten, von Leid, Schmerz, von Jubel, von Freude. Und ich persönlich hoffe, dass dieser Psalm 63 in euer Lieblingsrepertoire aufgenommen werden kann und euch auch noch viele Jahre in der Ermutigung und Trost oder auch viele Jahre davon zehren könnt. [2:25] Wir lesen gemeinsam den Psalm 63. Ich lese nach Elberfelder. Ein Psalm von David, als er in der Wüste Judah war. [2:37] Gott, du bist mein Gott, früh suche ich dich. Es dürstet nach dir meine Seele, nach dir schmachtet mein Fleisch in einem dürren und lächzenden Land ohne Wasser. [2:49] So wie ich dich angeschaut habe im Heiligtum, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Güte ist besser als Leben. [3:01] Meine Lippen werden dich rühmen. So werde ich dich preisen während meines Lebens. Meine Hände aufheben in deinem Namen. Wie von Mark und Fett wird gesättigt werden meine Seele. [3:13] Und mit jubelnden Lippen wird loben mein Mund. Wenn ich deiner Gedenke auf meinem Lager über dich nachsinne in der Nacht wachen. Denn du bist mir zur Hilfe gewesen. [3:24] Und ich werde jubeln im Schatten deiner Flügel. Meine Seele hängt an dir. Es hält mich aufrecht deine Rechte. Jene aber, die nach meinem Leben trachten, um es zu verderben, werden in die untersten Örter der Erde hineingehen. [3:41] Man wird sie der Gewalt des Schwertes preisgeben. Das Teil der Schakale werden sie sein. Und der König wird sich freuen in Gott. Rühmen wird sich jeder, der bei ihm schwört. [3:52] Denn der Mund der Lügenredner wird gestopft werden. Zwölf Verse. Ich habe die mal so eingeteilt. [4:03] Drei Teile. Erstens so Gott mein Verlangen. Dann Gott mein Jubel. Und am Schluss Gott meine Verteidigung. Und wir starten gleich mit dem ersten Vers. [4:16] Und wir werden jetzt wirklich Schritt für Schritt jeden Vers anschauen und versuchen möglichst viel Bibelgold da rauszunehmen. Ein Psalm von David, als er in der Wüste Judah war. [4:32] Mehr verrät die Überschrift nicht. In seinem Leben war David oft in der Wüste. Noch bevor er König wurde. Er musste zehn Jahre in die Wüste fliehen, als er von Saul verfolgt wurde. [4:45] Der wollte ihn töten. Gegen Ende seines Lebens musste er von seinem Sohn Absalom fliehen. Wieder in die Wüste. Und sehr wahrscheinlich bezieht sich dieser Psalm auf die Flucht von Absalom. [5:00] Und auf die Wüste Judas kommen wir noch zurück. Aber eins ist klar. David ist nicht in einer Touristenfahrt, in einem klimatisierten Reisebus unterwegs in der Wüste. [5:12] Es geht ihm nicht gut. Er ist physisch in der Wüste. Und wir werden sehen, er ist auch seelisch in der Wüste. Und das bringt so etwas Reines und Ungefiltertes aus David heraus. [5:27] In der grössten Not haben wir die Essenz, wie tickt dieser Mann. Dieser Psalm wurde auch von den ersten Gemeinden in Griechenland als Morgengebet vorgelesen. [5:37] Interessant. Als Morgengebet. Nicht dürstet. Und dann beginnt der Psalm und er sagt hier, Gott, mein Gott bist du, nach dir suche ich. [5:50] Es dürstet nach dir meine Seele. Nach dir schmachtet mein Fleisch in einem dürren und erschöpften Land ohne Wasser. David ruft und sucht nach seinem Gott. [6:03] Sein äusserstes Verlangen treibt ihn nicht zur nächsten Wasserquelle. Sein äusserstes Verlangen treibt ihn zu Gott. Mitten in der Wüste. [6:16] Wir in der Schweiz haben ja keine Ahnung, wie die Wüste ist. Wir haben ja nicht mal genug Schnee und Eis, dass man von einer Schneewüste sprechen könnte. Wie in Island zum Beispiel. Wir spülen unsere Toiletten mit Trinkwasser. [6:30] Wir haben keine Ahnung, was das heisst. Richtig zu dürsten. Ich zeige euch mal ein Bild von der Wüste Judas. Und das ist ein modernes Bild und wir können schon davon ausgehen, es sah damals genauso aus. [6:42] Die Israeliten allgemein, vor allem König David, wussten sehr genau, was es heisst, in der Wüste zu leben. Und nur schon diese Worte Wüste und Leben passen eigentlich nicht zusammen. [6:57] Es ist ein lebensfeindlicher Ort. Also da wollen wir keine zwei Stunden verbringen. Die Wüste Judas speziell zeichnet sich durch extreme Trockenheit, ganz gefährliche Abhänge, Schluchten. [7:15] Und zu allem anderen gibt es dann noch tödliche Tiere. Die warten nur, bis du schwach bist und dann... Während Mangel an Essen vielleicht ein, zwei Wochen hinhält in so einem Umfeld, kann Wassermangel schon in wenigen Stunden zum Tod führen. [7:35] Ich habe da mal recherchiert, was bewirkt den Wassermangel in einem Menschen? Weil wir müssen uns jetzt da ein bisschen reintauchen in diese Situation. Tauchen ist das falsche Wort, Sie haben Wasser. [7:46] Reintrocknen in diese Situation. Damit wir verstehen, wo steckt David drin. Weil erst dann verstehen wir, wie dringend die Lage ist. Also ein Mensch in der Wüste ohne Wasser, Schritt 1. [8:00] In den ersten paar Stunden verliert der Körper 3% seines Wassergewichts. Die Urinproduktion wird drastisch heruntergefahren. Speichelproduktion hört auf. Der Mund wird trocken. [8:11] Der Körper hört auf zu schwitzen, um Wasser zu sparen. Die Körpertemperatur wird immer höher. Kopfschmerzen treten ein. Konzentrationsproblem. Schritt 2. [8:22] Der Wasserverlust wird grösser. Der Blutdruck und Blutvolumen sinken. Die Haut verliert die Elastizität. Muskelkrämpfe treten ein. Und erste Schwindelanfälle treten auf. [8:32] Mit Anzeichen von Delirium. Schritt 3. Das Blut wird so dick, dass erste Organe nicht mehr durchgeblutet werden können. Die Nieren hören auf zu funktionieren. Der Körper wird mit Giftstoffen durchflutet. [8:45] Die Körpertemperatur schießt in die Höhe. Das Hirn schrumpft. Halluzinationen und Ohnmacht treten ein. Schritt 4. Das Blut wird so dick, dass es nicht mehr vom Herz gepumpt werden kann. [8:57] Multiple Organversagen tritt ein. Der Körper fällt in ein Komma. Herz und Hirn hören auf zu funktionieren. Der Mensch ist tot. Verdursten ist grausam. [9:08] Grausam. Und es ist diese Bildsprache von Durst, von Lächzen, die David hier benutzt im Psalm 63. Er nimmt hier Bezug auf den ganzen Menschen. [9:22] Es dürstet nach dir meine Seele, mein innerer Menschen. Aber auch mein Fleisch dürstet und schmachtet nach Gott. Der innere und äussere Mensch, alles ist in Notlage. [9:35] Wir können auch sagen, David fehlt es an allem Lebensnotwendigen. Und in dieser Notlage ruft er nicht nach einem kühlen Glas Wasser mit Zitronenschnitt. [9:47] In seiner Not ruft er auch nicht nach Mitleid. Er sucht auch keine menschliche Hilfe. Nein, er sucht Gott. Gott, mein Gott, bist du nach dir, suche ich. [10:02] Seine Seele, sein Innerstes sucht intensiv nach Gott. Wir haben das Lied gesungen, Psalm 42. Wie ein Hirsch lächzt nach frischem Wasser, so sehnt sich meine Seele nach dir. [10:18] Die maximale Seelennot führt bei David zu einem maximalen Suchen nach Gott. Wow. Dann heisst es nach dir, schmachtet mein Fleisch. [10:33] Und dieses Wort für Schmachten kommt aus dem Arabischen. Medrat. Und wird auch benutzt für Blinde, die etwas suchen. [10:45] Und wir können uns das genau vorstellen. Wenn du einen Blinden wohin tust, wo er keine Referenz hat, dann sucht er verzweifelt nach Halt, nach irgendetwas, wo er sich festhalten kann. Eine Mauer, ein Stuhl, was Bekanntes. [10:57] Dieses Schmachten wird hier beschrieben. Jede Faser meines Körpers sucht diesen Gott. Alles ist im Krisenmodus. [11:10] Die Seele im Krisenmodus. Das Fleisch im Krisenmodus. Und dann noch zu allem anderen in einem dürren und erschöpften Land ohne Wasser. Es gibt auch keine Aussicht auf Verbesserung. [11:21] Nicht kurz vor der Oase. Kein Ausblick auf Verbesserung. Und ich frage mich, kennst du solche Zeiten in deinem Leben? [11:34] Wo sich alles trocken und dürr anfühlt. Wo es scheinbar kein Wasser gibt. Du hast gesucht und versucht und es ist kein Wasser da. Alle menschlichen Mittel sind am Ende. [11:48] Deine Versuche sind gescheitert. Am Ende der Fahnenstange und es ist kein Tropfen Kraft mehr in dir. Wie reagierst du da? Wie reagiere ich da? [12:01] Gibst du auf und sagst, hat alles eh keinen Sinn? Oder versuchst du weiterhin selber alles zu lösen? Gib dir einen Ruck. Versuch dich zu ertränken in allen möglichen Ablenkungen. [12:14] Ja, nicht daran denken, dass es mir schlecht geht. Dass ich am Verschmachten bin. Lass uns weiterlesen. Wie geht David in so einer Situation um? [12:25] So schaue ich im Heiligtum nach dir, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu sehen. Die Richtung hier ist Matsch entscheidend. Ich schaue nach dir in deinem Heiligtum und deine Macht, deine Herrlichkeit zu sehen. [12:41] Alles richtet sich nach Gott. Er erinnert sich an bessere Zeiten, wo er in Zion, die Bundeslade, anbeten konnte, getanzt hat, Freude gehabt hat. [12:57] Es gab ja noch kein Tempel, aber er sehnt sich, erinnert sich daran. Wow, so schön hatte ich es mit dir in der Gemeinschaft. David ist ein Profianbeter. [13:08] Wisst ihr, was Profianbeter ausmacht? Er weiss, dass Gott nicht an einen heiligen Ort gebunden ist. Er weiss, dass er mitten in der Wüste genauso Zugang zu Gott hat, als irgendwo auf der ganzen Welt. [13:26] Mitten in der Krise ist Gott da. Und ich würde noch weitergehen und sagen, da wo die Krise am grössten ist, empfinden wir Gott am allernächsten. In der grössten Dunkelheit leuchtet sein Licht am hellsten. [13:48] Das ist einer dieser Kontraste. Grösste Not, grösstes Verlangen nach Gott. Und David schreit nicht nur in Vers 2, dass er Gott sucht. [14:00] Also er weiss, dass Gott sich finden lässt. Und im nächsten Vers lesen wir, warum. [14:11] Warum ist es das Beste, in der grössten Not Gott zu suchen? Wir müssen eine Erklärung dafür haben. Und David hat sie. Denn deine Gnade ist besser als Leben. [14:24] Meine Lippen werden dich rühmen. Diese Aussage hier ist so unglaublich. Aus dem Titel der Predigt heute. Deine Gnade ist besser als Leben. [14:38] Ja, ich habe mal da in der Literatur recherchiert. Was ist besser als Leben? Fragezeichen, enter. Es gibt keine klare Antwort. [14:50] Die Welt hat keine Antwort auf diese Frage. Entweder hieß es, ja, für viele Menschen sind immaterielle Werte besser als reines Überleben. Aber darum ging es nicht bei meiner Frage. [15:01] Ich habe gefragt, was ist besser als Leben? Nicht, was ist besser als Überleben? Oder es gibt keine allgemeingültige Antwort. Das Leben ist der Rahmen, in dem alles Schöne stattfindet. [15:15] Man merkt, die Welt hat keine Antwort auf die Frage, was ist besser als Leben? Die Welt kann keine Antwort haben auf diese Frage. [15:27] Denn alles, was die Welt kennt, ist nur in der Horizontale festgebunden. Da komme ich mit dieser Frage am Anschlag. [15:37] Ich habe mir überlegt, wie kann ich das am besten darstellen. Das ist wie wenn du einem zweidimensionalen Wesen sagst, denk mal in 3D. Es geht nicht. [15:48] Es ist außerhalb des Verständnisbereiches dieser Welt, diese Frage zu stellen. Diese Welt lebt nur in zwei Dimensionen, im Hier und Jetzt, zwischen Geburt und zwischen Tod. [16:01] Und für alles andere gibt es keine Erklärung. Und das ist ganz wichtig, dass wir verstehen, es gibt gewisse Fragen, da gibt es nur in der Bibel eine Antwort. [16:15] Zum Beispiel die Frage nach dem Sinn des Lebens ist keine wissenschaftliche Frage. Deshalb kann die Wissenschaft diese Frage nicht beantworten. Ein Wissenschaftler kann sagen, die Vermehrung oder die Erhaltung der menschlichen Spezies, das ist nicht die Antwort auf die Frage, was ist der Sinn des Lebens. [16:33] Die Wissenschaft kann nur wissenschaftlich beantworten. Diese Frage ist aber nicht wissenschaftlich. Und genauso hier, die Frage, was ist besser als Leben, kann uns nur die Bibel beantworten. Aber was ist jetzt besser als Leben? [16:48] Was ist es jetzt? Übernatürliches Leben. Ewiges Leben. Und da steht es, denn deine Gnade ist besser als Leben. [16:59] Das Wort Gnade erfüllt in der Übersetzung leider nur ein ganz kleiner Teil, was dieses Wort Chesed im Original bedeutet. [17:11] Chesed kann man am besten übersetzen mit loyale Liebe. Die NGU übersetzt Güte, Gute Nachricht übersetzt Liebe, Elberfelder Schlachter Gnade. [17:22] Und wir sehen, die Übersetzer können das gar nicht in einem Wort fassen, was Chesed bedeutet. David weiss es, was es bedeutet. Also Chesed beschreibt die loyale Bundesliebe Gottes zu seinem Volk. [17:37] Aber auch zum einzelnen Gläubigen. Es beschreibt die unfehlbare Güte Gottes. Seine Zusagen, dir als Mensch, die Zusage Gottes, dass er seinen Teil einhalten wird. [17:50] Loyale, einseitige Liebe, Güte Gottes von ihm zu dir ganz persönlich. Genau davon spricht David. [18:03] Diese Gnade, diese Chesed ist besser als Leben. Es ist das ewige Leben, das wir nur in Gott haben. Wenn wir Gemeinschaft mit Gott haben, haben wir nicht nur Gemeinschaft mit einem Wesen, wir haben Gemeinschaft mit dem Leben selbst. [18:28] Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wenn ich mit Gott verbunden bin, habe ich mehr als nur dieses Leben hier auf der Erde. Dann habe ich eben dieses ewige Leben. David weiss, wenn ich Gott habe, dann habe ich mehr als das Leben. [18:46] Dann habe ich ewiges Leben. Wenn ich Gottes Gnade habe, dann kann ich jetzt, im Hier und Jetzt, schon Kosten von dieser ewigen, wunderbaren Gemeinschaft, die noch auf uns zukommt, wenn wir bei ihm sein werden. [19:02] Paulus schreibt, stimmt denselben Worten zu, Apostelgeschichte 20, 24. Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, damit ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich vom Herrn Jesus empfangen habe, das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen. [19:18] Paulus lebte genau im selben Weib, könnte man sagen, wie David. Gottes Gnade ist besser als Leben. Und diese Überzeugung führt ihn dazu zu sagen, meine Lippen werden dich rühmen. [19:34] Wir merken, dieser Psalm hat angefangen wie ein Klagepsalm des Elends und der wandelt sich immer mehr in einen Psalm der Anbetung und des Lobes. [19:46] Und wir werden das beobachten können im Verlauf der Verse. Unglaublich. So werde ich dich preisen, während meines Lebens meine Hände in deinem Namen aufheben. [20:01] Vielleicht könnt ihr euch noch erinnern, das Verb für Anbetung braucht immer ein Objekt. Also ich kann nicht anbeten um des Anbetens willen, ich muss immer etwas oder jemanden anbeten. [20:12] Und bei David ist die Richtung gegeben. Ich werde dich preisen, während meines Lebens. Dieser kleine Zusatz da, während meines Lebens. [20:26] Den überlässt man schnell. So werde ich dich preisen, wenn es mir gut geht. So werde ich dich preisen, wenn ich gerade gesund bin. [20:38] Er sagt, so werde ich dich preisen, wenn ich nicht mehr in der Wüste bin. Ich werde dich preisen, während meines Lebens. [20:51] Hier, jetzt, sofort. David hat nicht gewartet, bis es ihm besser ging. Das ist ein ganz, ganz wichtiges Prinzip hier. Piper schreibt, eine der wichtigsten Lektionen im Leben der Christen ist, dass man nicht auf das Verschwinden von Kummer und Schmerz warten muss, um Freude zu erleben. [21:14] Ich glaube, es sind viele da im Raum, die wissen genau, wie sich das anfühlt. Da kommt eine Diagnose und die Diagnose ist, es gibt keine Heilung. Und jetzt? [21:24] Ist meine Freude für den Rest des Lebens dahin? Während ich meines Lebens werde ich dich preisen. Wir haben immer Zeit und Gelegenheit, Gott zu preisen. Und wenn ich mir nicht glaube, glaube dem David. [21:41] Ein Beispiel vom Leben von Paulus. Paulus schreibt, ich sage euch die Wahrheit, Römer 9, dass ich große Traurigkeit habe und unaufhörlichen Schmerz in meinem Herzen. Und dann sagt er in Philippa 4,4, freut euch alle Zeit. [21:54] Ja, Paulus, hast du das in deinem Leben? Zeig mal, wie du das machst, im grössten Elend dich jederzeit zu freuen. 2. Korinther 7,4. Ich bin mit Trost erfüllt. [22:06] Ich bin überreich an Freude bei all unserer Drangsal. Da schreibt er den Korinther. Es ist kein gegenseitiger Ausschluss. Wenn es mir schlecht geht, heisst es nicht, ich kann nicht preisen. [22:18] Das hat nichts miteinander zu tun. Und das lernen wir hier. Wir preisen Gott, weil Gott Gott ist. Und nicht, weil er abhängig ist von unseren Gefühlen. Und das ist eine mega Herausforderung. [22:29] Wir alle wollen ja das. Und dann finden wir uns wieder grumpy. Heute keine gute Laune. Ja. Es gibt keinen Grund. [22:42] Dafür kommt zum Schluss, dass wenn Gottes Gnade besser als Leben ist, dann hält ihn nichts davon ab, Gott zu loben. Weil dann hat er das Beste. Kein Durst, kein Kummer, keine Schnachten, kein Schmachten, keine Not ist gross genug, um ihn abzuhalten vom Preisen. [23:02] Das heisst, nicht trotz der Not hat er Gott gepriesen, sondern gerade weil er in der Not war, hat er Gott gepriesen. Und so kommen wir zum nächsten Abschnitt. Zweitens, Gott mein Jubel. [23:13] Jetzt eskaliert das Ganze. Jetzt brechen alle Dämme bei David. Wie von Mark und Fett wird meine Seele gesättigt und mit jubelnden Lippen wird mein Mund loben, wenn ich deine Gedenke auf meinem Lager und über dich nachdenke in der Nacht wachen. [23:27] Wenn wir nur diese zwei Verse lesen, wo glaubt ihr, wo David steckt? Irgendwo in seinem Palast. Frische Früchte. Bedienstete. Nein, er steckt mitten in der Wüste, im Elend und schreibt sowas. [23:42] Und wie von Mark und Fett ist vielleicht etwas anderes als Lean Beef, das heute konsumiert wird. Mark und Fett waren damals das allerbeste Stück vom Fleisch. [23:55] Das Fett durfte bei den Opferungen im Tempel nicht gegessen werden. Es hat Gott gehört. Ihm musste das gegeben werden. Das allerbeste. Und das Wort hier gesättigt heisst so viel wie im Überfluss vorhanden. [24:09] Du kannst nicht mehr. Die Verbform im Hebräischen sagt ein andauerndes gesättigt werden. [24:22] Das heisst, bei Gott gibt es unendlich Nachschub. Egal wie trocken du bist. Wie trocken deine Seele ist. Und diese Worte sind so tröstend. [24:33] Weil David weiss, egal wie es mir geht, bei Gott gehen die Reserven nie aus. Gott gibt ihm Überfluss. Könnt ihr euch erinnern? [24:46] Psalm 23. Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und er führt mich zum frischen Wasser. David weiss, dass bei Gott die Erquickung, die Erfrischung ist. [25:01] Alles andere ist irgendwann mal ausgetrocknet. Die menschliche Weisheit ist ausgetrocknet. Die Psychologie trocknet aus. Die Esoterik. Die Selbstoptimierung. [25:11] Die Selbsthilfegruppe. Das Selbstmitleid. Alle menschlichen Mittel trocknen irgendwann aus. Und dann ist nur noch Gott da, der unendlich geben kann. Und will. [25:24] Gotteskinder haben Zugang zu den unendlichen Reserven der Fürsorge Gottes. Für dich ganz persönlich. Und wie reagiert David auf die Sättigung mit Mark und Fett? [25:38] Jubel den Lippen. Mein Mund wird loben, wenn ich deiner gedenke auf dem Lager. Sogar in der Nacht. In der Nacht, wenn er nicht schlafen kann, zählt er nicht etwa die Schafe, sondern er sinnt über Gott nach. [25:56] Ein Bibelkommentator schreibt, humorvoll statt Schafe zu zählen, denkt er über den guten Hirten nach. Sag mal. Wenn ich deiner Gedenke auf meinem Lager, also meinem Bett, über dich nachdenke, in der Nacht wache. [26:11] 24 Stunden am Tag. Kein Schäfchen zählen, über den Hirten nachdenke. Er schreibt weiter. Vers 8 und 9. Denn du bist mir zu Hilfe geworden, und im Schatten deiner Flügel kann ich jubeln. [26:26] Meine Seele hängt an dir, deine Rechte hält mich aufrecht. David geht hier zur Quelle. Zur Quelle seiner Hilfe. Zum Ursprung, woher die Hilfe kommt. Ich hatte mal ein Seelsorgegespräch mit einer Frau, die hat behauptet, also sie war Astrologin, und behauptete, sie war auch Christ. [26:44] Und sie hat dann erklärt, wie sie da die Sterne anbetet, und die Monde, und wie die ihr Weisung geben. Und ich habe dann gesagt, warum betest du das Geschöpf an, wenn du den Schöpfer anbeten kannst, der der Mond und Sterne gemacht hat? [26:58] Das hat sie dann als Hausaufgabe mitbekommen, und ich habe sie nie mehr gesehen. Geh doch direkt zur Quelle. Und David sucht den Schatten deiner Flügel. [27:10] Das ist so ein Begriff. Wer hat Hühner von uns? Wahrscheinlich nicht sehr viele. Ah da, ein Huhn, zwei Hühn. Du hast es mal gehabt. Genau, ich habe viele gegessen. Aber so ist es. [27:24] Aber das Bild, das hier benutzt wird, ist von einer Henne, die ihre Küken schützt. Und es ist manchmal super spannend zu beobachten, diese kleinen Bibeli. [27:37] Ohne die Mama, totale Panik. Dann rennen die Rummler, und kaum sind sie bei der Mama, unter den Flügeln, ganz keck und frech. Bi, bi, bi, bi, alles. [27:47] Aber sie müssen bei der Mama sein. Und man merkt, David hat, ohne dass er unter diesem Schirm ist, er ist trocken, er ist erschmachtet, aber er weist sich jetzt unter den Flügeln und kann jubeln. [28:00] Und jetzt ist er, ja, jetzt können wir lesen, im Schatten deiner Flügel kann ich jubeln. Da ist Sicherheit. Da bin ich zu Hause. Hier bin ich frei. [28:12] Hier bin ich sicher. Hier kann ich loslassen. Ich muss nicht selber stark sein. 2. Korinther 12, Paulus schreibt, darum habe ich wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöte, an Verfolgung, an Ängsten um des Christus willen, denn wenn ich schwach bin, bin ich stark. [28:33] Paulus da, unter dem, also der heisst nicht Paulus, aber da ist es. Dann heisst es da weiter, denn meine Seele hängt an dir. [28:44] Das ist das gleiche Wort wie in Ruth, im Buch Ruth. Wisst ihr noch? Ruth 1,14. Da erhoben sie ihre Stimme und Weiden und Orpa küsste ihre Schwiegermutter. Ruth aber hängte sich an sie. [28:57] Das ist das Wort. Klingen. Festhalten. Wie so ein Kletterer und das Seil, dieser maximales Vertrauen von diesem Kletterer in dieses Seil. [29:10] Es wird halten, sonst wäre er nicht unten gestartet. Und dann heisst es, deine Rechte hält mich aufrecht. [29:21] Und das Wort wird benutzt, um zu erklären, wie ein König den Zepter aufrecht hält. So. Richtig fest. Jesaja 41,10 sagt Gott zu Israel, fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, habe keine Angst, denn ich bin dein Gott. [29:40] Ich stärke dich, ja ich helfe dir, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit. Du wirst von der Rechten Gottes gehalten. Da kann niemand uns rauben aus der mächtigen Hand Gottes. [29:54] Diese Aussage leitet jetzt schon zu unserem letzten Abschnitt Gott meine Verteidigung. Jene aber, die mir zum Verderben nach meinem Leben trachten, werden in die Tiefe hinabsinken. [30:05] Man wird sie der Gewalt des Schwertes preisgeben. Das Teil der Schakale werden sie sein. Und wir merken, David kommt zur Ruhe, auch was seine Feinde angeht. [30:17] Er sagt nicht, und jetzt gehe ich und töte alle. Nein, er sagt, Gott wird sich darum kümmern. Gott wird schauen, dass die Ungerechten ihre Strafe bekommen. Gott wird sich darum kümmern. [30:28] Aus Angst und Bedrohung wird Zuversicht und Ruhe. Psalm 23, wieder Vers 5. Du bereitest ein Tisch im Angesicht meiner Feinde. [30:38] Eine höchst bedrohliche Situation. Ich bin am Tisch, bereitet vom guten Hirn. Während der Feind droht, umherlungert wie ein brüllender Löwe, sitzt David am gedeckten Tisch Gottes, mitten in der Wüste. [30:57] Wow. Und da Teil von den Schakalen zu werden, da, das heisst, wenn man nicht ordnungsmäss begraben wurde, dann ist man den Schakalen ausgesetzt. [31:09] Und das war eine Riesenschande damals. Das war ganz schlimm, wenn man nicht beerdigt werden konnte, sondern man war ausgesetzt. Keine Ruhe im Sterben, kein Frieden. Vielleicht hast du mit Menschen zu tun, gerade jetzt in deinem Leben, die dir Übles wollen, die dir Böses wollen, die nach dir trachten. [31:32] Und vielleicht hast du auch menschlich verständliche Gefühle nach Rache, nach Genugtuung. David hatte die sicherlich auch. Aber dann schaut zu diesem Psalm 23, überlass Gott, das Richten. [31:49] Er ist der gerechte Richter, er schaut zur rechten Zeit. Wen willst du haben als deinen Richter? Dich selbst oder Gott, der gerecht richtet? Vers 12 Und der König wird sich freuen in Gott, jeder darf sich rühmen, der bei ihm schwört, denn der Mund der Lügenredner wird gestopft werden. [32:13] Alles kommt zu einem guten Ende. Am Schluss steht Gott, wir hätten keine Ahnung, dass dieser Psalm so angefangen hat im Vers 2. Und da sind wir, der König wird sich freuen über Gott und eine riesen Entfaltung. [32:32] Es geht nicht mehr um den Durst, es geht nicht mehr um den Hunger, um das Schmachten, es geht um Gott. die aussichtslose Situation und die Perspektive öffnet sich immer mehr. [32:48] Wir können richtig miterleben, wie David aus dem Loch kommt und beginnt Gott zu preisen. es geht im Psalm 31 heisst es, Gott stellt, du stellst mich auf weitem Raum. Geht ihr diesen Begriff? [33:00] Auf weitem Raum. Wir spüren, David ist im Tal, in der Senke, Vers 2, es geht ihm elendig und wir sehen, wie er Schritt für Schritt öffnet sich die Perspektive und jetzt ist er im weitem Raum. [33:15] Er hat eine völlig neue Perspektive bekommen. Was für eine Entwicklung innerhalb von 12 Vers. Und vielleicht verstehen wir jetzt ein bisschen besser, wie vor einer halben Stunde dieser Psalm 63, wie die Psalmen uns so viel lehren. [33:33] Schritt für Schritt, wie David vom Elend, von Not, in Gottes Lob und Preis hinüber geht. Vielleicht ist euch aufgefallen, es ist ein Prozess. [33:47] Es hat nicht Schnipp gemacht und dann war Davids Problem weg. Er ist ja immer noch in der Wüste. Was hat sich denn geändert? Hat sich die Wüste geändert? Hat sich die Tagestemperatur geändert? Hat er plötzlich Wasser gehabt? [33:59] Nein, seine Beziehung zu Gott, das war der Unterschied. Er hat aktiv einen Effort gemacht. Er hat bewusst entschieden, Gott zu suchen. Warum heisst es wohl, trachtet zuerst nach Gottes Reich? [34:17] Sind auf das, was droben ist, wo der Christus ist, in Kolosser. Es ist besser als Leben, weil Gott das Leben selber ist. Deine Beziehung zu Gott ist deine Lebensader. [34:29] Und wenn wir so Worte hören, wie eine stille Zeit, so das Klischee, am Morgen die Bibel lesen und ein bisschen beten. Nein, es ist unsere Lebensader, die uns diese Beziehung schafft. Und so, hier steht es, jeder darf sich rühmen. [34:42] Du und ich, wir sind alle in Klo. Deine Beziehung zu Gott ist deine Luftzufuhr. Und wenn du auf deinem eigenen Surstoffschlauch stehst, dann kannst du nicht mehr gut atmen. [34:58] Dann landest du wieder bei Vers 2. Und wir sehen, David hat eine völlig neue 360 Grad Sicht bekommen. Er sieht seine Umstände anders. [35:09] Er sieht es komplett anders, wie seine Feinde zu ihm stehen. Er hat plötzlich Ruhe. Er weiss, Gott wird sich darum kümmern. Alles hat sich geändert, weil er Gott gesucht hat. Und das wünsche ich so sehr. [35:23] Auch dir ganz persönlich. Und wenn du in diesem Raum heute bist, und dir klingt das so fremd. Und so fern. So eine Beziehung zu Gott will ich auch haben. Dann darfst du wissen, sie ist zu haben. [35:36] Die Tür ist offen. Du darfst durch den Glauben an Jesus Sünde empfangen. Sündenvergebung empfangen. Hier und jetzt eintreten in diese Gemeinschaft. [35:48] Und dann können wir gemeinsam mit David jubeln. Und Gott preisen in unserer Wüste. Hier und heute kannst du aus deinem 2D-Leben austreten. [35:59] Und Teil einer 3D-Welt werden. Gottes Gnade ist besser als Leben. Amen. Amen.