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[1:08] Work-Life-Balance-Kursangebote werden zuhauf von der Coaching-Branche beworben. Leben und Arbeiten im Gleichgewicht. [1:21] Ich finde das ein bisschen komisch, weil wenn ich arbeite, dann lebe ich ja auch. Und wenn ich arbeite, dann lebe ich. Und umgekehrt. Die Frage ist jetzt, wie sieht es denn in deinem Glaubensleben aus? [1:38] Ist da auch alles im Gleichgewicht? Ich hoffe, wir sind alle damit beschäftigt, unser Leben mehr und besser nach unserem Glauben auszurichten. [1:52] Wenn wir das nämlich nicht wollen, dann ist unser Glaube entweder müde oder krank. Und er braucht Erweckung. Wie geht denn das? [2:04] Ein Leben im Gleichgewicht mit dem Glauben. Das ist das übergeordnete Thema in der zweiten Hälfte vom Epheserbrief. [2:18] In der ersten Hälfte vom Epheserbrief ging es primär um das, was wir glauben oder was unsere Berufung ist. [2:29] Im zweiten Teil wird es darum gehen, was wir leben. Glauben und leben. Wer also die erste Hälfte verpasst hat, ihr seid perfekt jetzt zum Einsteigen in die zweite Hälfte vom Epheserbrief, um die Waage hier aufzustellen und zu fragen, wie leben wir denn das, was wir glauben, wozu wir berufen sind. [2:57] In der ersten Hälfte erfreuten wir uns an den großen Werken Gottes. Und jetzt stellt sich die Frage, wird Gott sich denn auch an dir erfreuen? Glaubensleben, in denen du dein Leben so führst, wie es den großen Taten Gottes entspricht. [3:15] Das drücken wir aus mit diesem schönen deutschen Wort. Glaubensleben. Glaubensleben. Ich glaube, was ich lebe. [3:28] Und ich lebe, was ich glaube. Gott will, dass dein Leben in Übereinstimmung, in der Balance, im Gleichgewicht steht mit deinem Glauben. [3:41] Vorausgesetzt, dein Glaube entspricht der biblischen Lehre. Und jetzt frage ich dich heute. Bist du bereit für eine Generalüberholung deines Glaubenslebens? [3:55] Anhand vom Epheserbrief. Epheser 4 bis 6. Das, was uns in den nächsten Wochen und wahrscheinlich Monaten beschäftigen wird, aus dem Wort, im Wort Gottes. [4:13] Nicht mehr und nicht weniger. Okay. Wir beginnen heute. Die persönliche und gemeindliche Revision unseres Glaubenslebens. [4:27] Hier werden drei große Bereiche angesprochen. Zuerst der Wandel in der christlichen Gemeinde. Die ersten 16 Verse. [4:38] Dann der Wandel in der Gesellschaft. Gesellschaft heißt einmal die Welt als die geschaffene Welt. So wie wir Menschen halt geschaffene Wesen Gottes sind. [4:53] Und Gesellschaft heißt dann auch die gefallene Welt. Also die Welt der Sünde nach Genesis 3. In der wir uns bewähren müssen. Wie geht das? [5:03] Kapitel 4, 17 bis 5, 21. Und das dritte, der Wandel in der Familie. Und am Arbeitsplatz. Kapitel 5, 22 bis 6, 9. [5:15] Das ist der größte Teil vom Kapitel von Epheser 4 bis 6. Stellen wir uns also zuerst den ersten sechs Versen. [5:31] Der Anfang vom zweiten Teil. Alles im Gleichgewicht bei dir. Wir haben hier wieder mal einen einzigen langen Satz vor uns. [5:42] Und diesmal habe ich nicht versucht, auf Deutsch auch einen Satz draus zu machen. Oder 72 Wörter im Original. Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht zu zählen, wie viele Wörter das dann in der NGÜ werden. [5:57] Ich habe sie schön auseinandergenommen. Und für heute mal eine Portion. Die erste Portion hier gerade auf der linken Seite. Verse 1 bis 2a. [6:09] Hier geht es um dein persönliches Gleichgewicht in deinem Leben mit deiner Berufung. Epheser 1 bis 3. [6:20] Und wir werden hier wirklich drauf tochen und beharren, dass wir ein Leben im Gleichgewicht mit unserer Berufung führen. Das hat sich nämlich vielleicht nicht bei allen Christen rumgesprochen in Ephesus oder Zürich oder so. [6:36] Die folgenden Verse 2b bis 6 werden dann vom Gleichgewicht in der Gemeinde sprechen. Eine gesunde Gemeinde lebt eine gesunde Einheit miteinander, weil das gesunde Gleichgewicht in ihrem Glaubensleben besteht. [6:55] Alles im Gleichgewicht in deinem persönlichen Leben. Wir starten mit Vers 1 und 2 und hören nun das Wort Gottes. [7:05] Ich rede euch nun zu, ich der Gebundene im Herrn. Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid. Mit aller Demut und Sanftmut und Langmut. [7:19] Kurzer Text für heute. In Vers 1 wird die Waage aufgestellt, die unsere Würde prüft. [7:31] In Vers 2a werden dann drei Koordinaten bestimmt, die diese Würde näher definieren. Nämlich die Demut, die Sanftmut und die Langmut. [7:46] Fangen wir vorne an. Vers 1. Die Waage. Wieso kommen wir auf das Bild von der Waage, wenn wir von dem Thema würdiger Lebenswandel, reden. [8:02] Nun, würdig ist ein Wort aus der römischen Handelssprache. Und ich zeige euch jetzt gerade mal, was das bedeutet mit dieser Würdigkeit. [8:12] Ich habe hier eben eine Waage mitgebracht. Jetzt stellt euch mal vor, ihr seid in Rom auf dem Markt und wollt ein Kilo Äpfel kaufen. [8:25] Okay. Dann nimmt der Händler seine Balkenwaage und legt hier das Gewicht von einem Kilo rein. Und dann geht der Balken der Waage nach unten von diesem einen Kilo. [8:39] Und auf der anderen Seite legt er dann die Äpfel rein, bis die Äpfel so schwer sind wie das Gewicht. Und dann ist der Balken der Waage waagrecht. [8:55] Die Waage ist recht. Schönes deutsches Wort. Waagrecht. Die Waage ist im Lot. Die Waage ist würdig. [9:07] Das heißt, das Wörtlein würdig. Okay. Die Waage ist würdig. Ist dein Glauben würdig mit deinem Leben? [9:23] Das ist die Frage. Das Wörtlein wandeln wird in den Evangelien und in der Apostelgeschichte wörtlich gebraucht. [9:37] Herumgehen, umherziehen von einem Ort zum anderen. Der Herr Jesus wandelt auf der Erde. Okay. 32 Mal aber benutzt auch Paulus das Wörtlein wandeln in seinen Briefen. [9:51] Und er nimmt es immer bildlich, im übertragenen Sinn. In welcher Art und Weise führst du dein Leben? [10:01] Nun, ich weiß, Wandeln ist eigentlich ein altmodisches Wort, aber ich habe noch kein besseres dafür. Man könnte ja einfach Leben sagen, statt Wandeln. [10:13] Oder ich lebe. Das wäre simpel, aber es ist unzureichend. Weil dein Wandel ist so unendlich viel mehr als nur dein Leben, deine physische Existenz, dein biologisches Leben. [10:30] Dein Wandel heißt mit Bestimmtheit leben. Bewusst dein Leben führen und gestalten. Dein Lifestyle, soweit Style oder Stil hier nicht nur das Äußere meint, sondern wirklich die innersten Überzeugungen, die dich dazu führen, dein Leben so zu führen, wie du es führst. [10:52] Es ist dein Verhalten und dein Benehmen ganz praktisch. Das ist dein Wandeln. Und dieser Wandel soll eben würdig sein mit deinem Glauben oder mit deiner Berufung, wie Paulus es sagt. [11:11] Würdig zu der Berufung. In Übereinstimmung mit dem also, was du in Epheser 1 bis 3 über Gott gelernt hast, über sein Wesen und über sein Handeln. [11:29] Was nützt euch die beste Theologie, wenn sie in eurem Leben fruchtlos bleibt? Was nützt die beste medizinische Wissenschaft, wenn sie nachher nicht in praktischen, therapeutischen Erfolgen bei den Patienten mündet? [11:48] Was nützen dir alle deine theologischen Prämissen, Pläne, Prinzipien ohne Praxis? Du bleibst fruchtlos und leer, um mit Petrus zu sprechen. [12:05] 1. Petrus 2,18 Wenn du dich rühmst, bibeltreu zu glauben, aber bewusst nicht bibeltreu leben willst, dann ist nichts an dir bibeltreu. [12:18] Weder dein Glaube noch dein Leben. Deine Mitmenschen können deine Treue im Glauben nur dann ablesen, wenn sie würdig ist, mit der Treue in deinem Leben. [12:31] Treue im Glauben, Treue im Leben. Würdig. Es gibt in keinem anderen Buch als dem Epheserbrief so viele praktische Anwendungen vom Glauben, wie wir leben sollen. [12:46] In keinem anderen biblischen Buch, obwohl es nur so kurz ist. Paulus hat sich einmal erlaubt, in Epheser 1-3 die Befehlsform zu benutzen, den Imperativ. [12:58] Einmal in Kapitel 1-3. In den Kapiteln 4-6 erlaubt es sich 10, 20, 30, 40 Mal. Einmal und 40 Mal. [13:12] Okay? Der Glaube angewendet im Leben. Obwohl auch die beiden Hälften vom Epheserbrief rein schon von der Länge her würdig sind. [13:24] Also ungefähr gleich lang. 1-3 und 4-6. Würdiger Wandel kommt also tatsächlich aus einer gesunden Lehre. [13:34] Wenn du als Christ leben willst, aber kein ernsthaftes Interesse daran hast, Gott immer besser kennenlernen zu wollen, dann wird auch dein Leben irgendwann in Schieflage geraten. [13:46] Da hilft dann auch keine Margarine von der Mikro und kein Coachingkurs, der Gott außer Acht lässt. Denn ein Mensch lebt ja eigentlich immer gemäß dem, wovon er überzeugt ist, was er glaubt. [14:02] Wenn du dich als Nachfolger Jesu bekennst, aber an der Glaubenslehre von Epheser 1-3 nicht interessiert bist, dann wird dich auch Epheser 4-6 langweilen, weil es dich nicht ernsthaft interessiert, ein Leben zu führen nach dem, was du glaubst bzw. eben nicht glaubst. [14:28] Wandel würdig deiner Berufung. Paulus ruft dir zu. Mensch, wach auf. Lebe dein Leben würdig mit deiner Berufung, wozu du berufen worden bist. [14:47] Vers 1. So. Nun stellt sich die Frage. Was ist unsere Berufung? Vers 4 doppelt nochmal nach. [15:03] Ihr seid berufen worden in einer Hoffnung eurer Berufung. Also zweimal kurz hintereinander eine Verdopplung. Mit Berufung berufen. [15:14] Kurz hintereinander. Was ist unsere Berufung? Wir haben das eigentlich in diesem ersten Gebet, das wir gesungen haben, schon sehr gut ausgedrückt. [15:25] Du hast uns als Gemeinde in deinen Dienst gestellt und wir haben einiges da miteinander singend gebetet. War ein guter Einstieg. [15:37] Was ist unsere Berufung? Was haben wir gelernt in Epheser 1 bis 3? Nun kurz gesagt, wenn wir uns diese drei Kapitel anschauen. [15:48] Unsere Berufung ist zum Heil, Kapitel 1. Zum Leben in der Gemeinschaft der Gemeinde in dieser Zeit, Kapitel 2, Vers 16. [16:03] Und zur Gemeinschaft in der Ewigkeit. In der Ewigkeit in der Ewigkeit, Kapitel 3, Vers 21. Berufung zum Heil, Berufung zur Gemeinschaft in der Gemeinde dieser Zeit, Berufung zur Gemeinschaft mit Gott in der ewigen Herrlichkeit. [16:23] Unsere Berufung ist nicht Selbstermächtigung. Also das heißt, ich habe nicht irgendwann mal entschlossen, mich zu retten. [16:33] Oder mich retten zu lassen. Es ist vielmehr Gottes Heilshandeln an dir. [16:47] Er wählt vom Vater, er löst vom Sohn und versiegelt mit dem Heiligen Geist. Schaut mal, das sind die Predigten, die wir jetzt schon alle hinter uns haben. Und da haben wir das hier im Kapitel 1 gelernt. [17:04] Wir sind erwählt vom Vater, wir sind erlöst vom Sohn, wir sind versiegelt vom Heiligen Geist. Gott war es, der aus den geistlich toten Leichen, aus uns, lebendige geistliche Wesen gemacht hat. [17:20] Und uns zu lebendigen Mitbürgern der Heiligen und zu Hausgenossen Gottes. Mitteilhaber, Miterben, mit Freiheit der Rede vor Gott, Freiheit des Zugangs zum Allmächtigen unserem Vater. [17:32] Kapitel 2, 1 bis 10. Und dazu ist jetzt die Mauer weg zwischen Juden und Heiden. In einer neuen Gemeinde sind wir alle zusammengefügt. [17:43] Somit ist niemand mehr benachteiligt. Niemand kann mehr sagen, ich kann nicht mit Gott leben. Gott will mich nicht. Die Bibel sagt, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, und da gibt es keine Ausnahmen, jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. [18:07] Und wenn du diese Berufung noch nicht gehört hast und dieser Berufung noch nicht gefolgt bist, dann fang heute an, damit Gott dich beruft zum ewigen Leben. [18:20] Dann kannst du ein Leben führen, das auch Gott gefällt und vor allem, du hast ein Leben, das in die ewige Herrlichkeit führt. Wir laden dich von ganzem Herzen ein. [18:31] Mach deinen Glauben, mach dein Leben heute mit Gott fest. Das ist Gottes Heilsplan. Und darum beugen wir auch unsere Knie vor dem Allmächtigen, der uns das alles geschenkt hat, der uns befähigt und erfüllt hat. [18:51] Das ist unsere Berufung. Handeln Gottes. Von Gott kommt der Grund unseres Daseins. Hier ist die Freiheit zu unserem Leben. [19:02] Hier ist die Kraftquelle für unser Leben. Und dort findet sich auch das herrliche Ziel. Das ist deine Berufung. [19:12] Und verstehst du jetzt, warum es so wunderbar ist, würdig mit deiner Berufung zu leben? Die Ursache für dein würdiges Leben ist der Herr im Himmel. [19:26] Die Kraftquelle dafür ist er auch. Die Powerbank, wenn ihr euch erinnert, da an diese Predigten. Und unser ewiges Ziel ist er sowieso. [19:37] Nachfolge Jesu ist kein Krampf, sondern Kraft. Die Powerbank ist nicht in dir, sondern in ihm. [19:49] Nachfolge Jesu kommt nicht aus deinem Tun, sondern aus Jesu getan. Jeder Anweisung zu einem würdigen Wandel gründet sich in der Wirklichkeit, die der Herr Jesus schon geschaffen hat. [20:05] In seinem Heilswerk am Kreuz. Also auf theologisch ausgedrückt, so ein bisschen schlau. Jeder Imperativ kommt aus Gottes Indikativ. [20:19] Heißt auf Deutsch, jede Anweisung von Epheser 4 bis 6 baut auf das Heilshandeln Gottes von Epheser 1 bis 3. [20:36] Gehorsam ist die Antwort auf die Gnade. Gnade macht den Gehorsam. [20:49] Aber Gehorsam macht niemals die Gnade. Und jetzt frage ich dich. Hast du Liebe zu Jesus? [21:08] Dann zeige das in deinem Leben für Jesus. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. [21:26] Johannes 14, Vers 21. Was immer es ist. Was immer es kostet. Bitte würdig führen und ausführen. [21:41] Das Leben nach Epheser 4 bis 6. Jesus hat alles in die Waagschale geworfen. [21:55] Er hat dir auch alles Nötige geschaffen, damit dein Leben mit ihm gelingt. Dann wirf jetzt auch du dein Leben in die Waagschale. [22:08] Das nötige Gewicht dafür, dass du dein Leben in Übereinstimmung mit Jesus führen kannst. [22:19] Dieses Gewicht hat Jesus dir auch verschafft. Nicht du hast das Gewicht. Es kommt von Jesus. Durch den Heiligen Geist. [22:35] Durch deine Erlösung. Durch deine Heiligung. Ist bei dir alles im Gleichgewicht? Ist die Würde gegeben? [22:45] Wir gehen weiter. [22:58] Das war die Waage. Jetzt kommen noch die drei Koordinaten hier. Demut, Sanftmut und Langmut. Liebe Geschwister, ihr habt ja jetzt gemerkt, dass wir viel Zeit mit dem ersten Vers verwendet haben. [23:13] Und ich glaube, das ist richtig so. Weil dieser Vers wirklich die Linie für alles andere gelegt und gezeigt hat. [23:26] Lasst mich das jetzt auch noch dazu sagen. Paulus wirft hier selber sein eigenes Gewicht in die Waagschale für euch. Er ist sogar ins Gefängnis gewandert, um des Herrn würdig zu wandeln. [23:43] Würdig für den Herrn Jesus Christus, nicht würdig für Rom. Darum redet Paulus uns etwas zu. Ich rede euch nun zu. [23:55] Das hat etwas mit Dringlichkeit zu tun und mit Autorität, die er hat. Das Wort Zureden im Neuen Testament hat vor allem drei Hauptbedeutungen. [24:06] Das erste ist Trösten. Zum Beispiel Matthäus 2, 18. Rahel will sich nicht zureden lassen. Das heißt, nicht trösten lassen. [24:17] Die zweite Bedeutung ist das Bitten. Zum Beispiel Markus 1, 40. Da kommt ein Aussendiger zu Jesus und ruft Jesus, redet Jesus zu um Reinigung. [24:30] Das heißt, er bittet Jesus um Reinigung. Trösten, bitten. Und das dritte ist Ermahnen. Zum Beispiel Johannes der Täufer, Lukas 3, 18. [24:41] Johannes der Täufer redet seinen Zuhörern zu. Das heißt, er ermahnt sie. Und das Ermahnen hat dabei ganz verschiedene Bedeutungen. [24:51] Ermahnen kann wirklich sein Warnen. So richtig warnen über Antreiben für etwas bis hin zum Motivieren oder sogar ermuntern. [25:03] Das ist alles Zusprechen. Also ermahnen wird ja hier übersetzt in den deutschen Bibeln. Ermahnen ist durchaus auch ermunternd. [25:15] Es ist positiv. Das Ermahnen sollte bei uns keinen negativen Touch haben. Es sollte vielmehr aufbauend sein und konstruktiv. [25:26] Wohl dir, wenn du gelernt hast, in diesem Sinne zu ermahnen oder Ermahnung entgegenzunehmen. Niemals destruktiv. [25:38] Niemals zerstörend. Niemals aus Wut. Sondern immer aus Liebe und Freundlichkeit. Bei dieser Art von Ermahnen helfen uns jetzt also die drei Koordinaten hier. [25:59] Ups. Demut, Sanftmut und Langmut. Dabei ertrag... Und der Vers 2b bis 3 fügt dann noch zwei weitere Koordinaten hinzu. [26:21] Dabei ertragt einander in Liebe. Dabei befleißigt euch, die Einheit zu bewahren. Das sind die Koordinaten. Die Erfahrung zeigt uns, es ist nicht immer so einfach mit diesem guten Wandel. [26:40] Ich nehme jetzt das Wort. Ich bleibe mal beim Wort Wandel. Ihr versteht mich. Während wir nämlich meistens uns gegenüber eher großzügig sind, legen wir das Tun und Lassen der anderen auf die Goldwaage. [27:00] Ich bin ja gar nicht so schlecht. Ich bin auch nicht perfekt. Aber der andere habe ich gesehen. Da wird jedes Tun und Lassen jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. [27:15] So. Wer hat die genauesten Goldwagen? Wer hat es erfunden? Die Schweizer. Zitat der Firma Swisswagen AG aus Berchikon. [27:31] Unsere Laborwagen sind die genauesten Goldwagen. Sie wiegen nicht aufs Gramm genau. Auch nicht auf ein Zehntel Gramm genau. [27:44] Sondern auf ein Hundertstel Gramm genau. Also das ist leider keine originale Goldwaage. [27:58] Dann würde ich sie auch, glaube ich, anders in der Hand halten. Liebe Geschwister, wenn ihr die Lebensführung eines Christen auf die Goldwaage legen wollt, dann legt euer eigenes Leben drauf und nicht das der anderen. [28:13] Ich befürchte allerdings, dass die Goldwaage nicht das richtige Instrument ist dafür. Ich weiß, in Kapitel 5, Vers 5 von Epheser steht sogar, seht nun genau zu, wie ihr wandelt. [28:34] Aber genau heißt nicht nach Punkt und Komma genau. Nicht nach den Buchstaben des Gesetzes genau. Sondern Epheser 5, Vers 15 als weise. [28:50] Nicht als unweise. Nicht als unweise, als weise. Weisheit ist gefragt in der Lebensführung. [29:02] Weisheit im Gehorsam aus Gnade. Gehorsam mit den Koordinaten von Vers 2. Mit Demut, mit Sanftmut, mit Langmut. [29:15] Und dabei in Liebe und in der Einheit. Wer Demut zeigt, hat es nicht nötig, Selbstbeweihräucherung an den Tag zu legen. [29:34] Du musst nicht selbstsüchtig leben, stolz sein auf nichtige Dinge. Ich verstehe zwar auch nicht, wieso ich den Friedensnobelpreis noch nicht bekommen habe, aber das lassen wir mal. [29:51] Diese Art von Demut ist der Welt so fremd. Stellt euch mal vor, bevor das Neue Testament geschrieben wurde, gab es das Wort gar nicht, das hier steht. [30:06] Der Philosoph Epictet, so 50 bis 130 nach Christus, also nachher, oder? Er schreibt eine Liste von nicht zu empfehlenden Eigenschaften für den Menschen. [30:23] Die erste Eigenschaft, die er nicht empfiehlt, ist Demut. Weil das eine sklavische Gesinnung zeigt. [30:33] Wie anders dagegen die Bibel. In beiden Teilen. Schon der König Salomo durfte schreiben, wer demütig ist, der hat seine Chance verpasst. [30:51] Nein. Dem Demütigen gibt Gott Gnade. Zitiert von Jakobus und Petrus. [31:02] Jakobus 4,4. Und 1. Petrus 5,5. Demut ist ein Zeichen empfangener Gnade. [31:13] Hast du Gnade empfangen? Dann gib sie weiter. In Demut. Die zweite Koordinate. Sanftmut. [31:24] Wer Sanftmut zeigt, hat es nicht nötig, Härte an den Tag zu legen. Er ist nicht rau, grob, zornig. [31:34] Du verzichtest auf kontrollierte Wutausbrüche zum Einschüchtern des anderen. Vielmehr bist du milde und freundlich im Wandel. [31:52] Sanftmut ist zwar eine Frucht des Geistes nach Galater 5, Vers 22. Aber Sanftmut ist doch eine Aufgabe für alle. [32:03] Gemäß Epheser 2, Vers 2. Es ist Gabe und Aufgabe. Du kannst also nicht sagen, der Heilige Geist hat mir die Sanftmut nicht in den Früchtekorb gelegt. [32:17] Und mein Gabentest hat gezeigt, dass ich die Gabe der Sanftmut nicht empfangen habe. Wenn du wirklich nicht sanftmütig bist, dann musst du dein Leben verändern. [32:38] Es muss nämlich geheiligt werden. Sonst wandelst du unwürdig deine Berufung. Und die Langmut. [32:52] Wer Langmut zeigt, hat es nicht nötig, anderen die Tyrannei seiner eigenen Agenda aufzudrücken. Dieser schlaue Satz stammt nicht von mir, sondern von einem Ausleger namens Snodgrass. [33:11] Du musst nicht den anderen zeigen und sie versuchen zu zwingen, zu tun, was du willst und wie du es willst und wann du es willst. [33:23] Du hast es nicht nötig, die Tyrannei deiner eigenen Agenda, den anderen aufzudrücken. Du gibst nämlich die Geduld und die Langmut Gottes weiter, die du selbst erfahren hast. [33:34] Wenn du selbst keine Langmut hast, hast du dann überhaupt Gottes Langmut und Güte erfahren? Pass auf, damit dein Recht mit großer Bestimmtheit einzufordern. [33:50] Es könnte nämlich sein, dass Gott dann kommt und sein Recht auch mit großer Bestimmtheit bei dir einfordert. Willst du das wirklich? Römer 2, Vers 4 Verachtest du den Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld und Langmut? [34:09] Und weißt nicht, dass Gottes Güte dich zur Buße leitet? Interessant nun auf Deutsch, nicht wahr? [34:21] Die drei Wörter enden alle mit Mut. Demut, Sanftmut, Langmut. Das ist Zufall, das ist im Grundtext nicht so, aber es hat uns doch etwas zu sagen. [34:32] Wenigstens auf Deutsch. Denn es braucht Mut. Zur Demut. Zur Sanftmut. Und zur Langmut. [34:43] Wer ohne Demut, Sanftmut und Langmut im Leben unterwegs ist, überspielt seine eigene geistliche und persönliche Schwäche. Das ist das Gegenteil von Glaubensstärke. [35:02] Wenn du diesen Mut nicht hast. Denk mal an den großen Propheten Mose. Denk mal an den Messias Jesus selbst. [35:13] Von beiden wird in der Schrift gesagt, dass sie demütig waren wie keine anderen. Was haben sie bewegt in der Geschichte? Viel. [35:24] Mehr als all die anderen Hochmütigen, Zornigen und Herrschsüchtigen. Jetzt sehe ich noch, wir kommen zum Schluss. [35:38] Die Bedenkenträger. Ja. Das geht doch nicht. Das geht doch nicht. Man muss doch handeln. [35:50] Man muss doch Entscheidungen treffen. Man muss doch konsequent sein. Man muss doch mal einen Punkt setzen. Richtig. Natürlich. [36:01] Das muss man. Du hast völlig recht. Die Frage von heute Morgen an dich lautet nur. [36:11] Wie setzt du den Punkt? Setzt du ihn in Würde zu deiner Berufung? [36:26] Den Rest müsstest du dann mit Paulus diskutieren. Aber besser ist, geh hin und wandle würdig deiner Berufung. [36:42] Amen. Lasst uns beten. Lieber Vater im Himmel, von ganzem Herzen danken wir dir für die Berufung, die du für deine Kinder ausgesprochen hast. [37:02] Herrlich gerettet zu sein. Herrlich mit dir durchs Leben zu gehen. Herrlich in deine ewige Gegenwart treten zu dürfen. [37:12] Nach dem Lauf in dieser Zeit. Nun wollen wir dich bitten, dass es uns gelingt, unser Leben Schritt um Schritt. [37:25] Vielleicht langsam, aber doch immer vorwärts einzurichten. So wie dein gutes Evangelium es uns zeigt. [37:37] Wir danken dir, dass du alle Kraft dazu uns gegeben hast. Indem wir verbunden sind mit dir. Indem wir immer verbunden sind mit der Kraft, die in dir ist. [37:51] Nicht in uns. Ja, du weißt, was uns durch den Kopf gegangen ist und was uns beschäftigt. Und wenn wir die ersten drei Koordinaten heute Morgen angeschaut haben, so wollen wir dich bitten, dass wir unser Leben lernen zu führen, einzurichten. [38:15] Mit Langmut, mit Langmut, mit dem Mut, so wie du es gewesen bist, Herr Jesus, und uns gezeigt hast. [38:26] Danke, dass wir uns dir Schritt für Schritt in unserem Leben anbefehlen dürfen. Und du uns voranbringst. Amen.