Ein gefährlicher Auftrag

Prediger

Daniel Arn

Datum
2. August 2026

Transkription

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Guten Morgen miteinander. Es freut mich für die netten, begrüßenden Worte, Steffen und auch die Gemeinde.! Gut.

Wir wechseln auf Hochdeutsch zu diesem ominösen, gefährlichen Auftrag, den ihr da schon gehört habt. Aufträge sind etwas ganz Interessantes.

Also ein Auftrag kann sehr hilfreich sein, um vorwärts zu kommen. Also wenn ich ein Architekturbüro bin, ohne Auftrag, dann bin ich bald bankrott.

Ohne Aufträge geht nichts vorwärts. Ein Student ohne Auftrag würde wahrscheinlich nichts lernen. Wenn eine Mutter ihr Baby bekommt, dann ist ihr Auftrag sofort klar.

Für das Kind sorgen, es füttern, gewickelt, gestillt, gewiegelt. Ein Auftrag kann einige Sekunden dauern, wie kurz die Zunge rausstrecken, messen, alles gut.

Oder es kann auch dauern, wie der Bau der chinesischen Mauer, 2000 Jahre. Es gibt auch extrem herausfordernde Aufträge. Gefährliche Aufträge.

1961 wurde die USA und die NASA beauftragt, noch in dem gleichen Jahrzehnt Menschen auf den Mond zu bringen. Und wieder zurück, lebendig.

Ein Riesenauftrag. Ein Riesenauftrag. 330 vor Christus hat Alexander der Große, wollte unbedingt die Stadt Tyrus einnehmen, die als uneinnehmbar galt.

Er befahl seinem Heer, sie sollen eine 800 Meter lange Brücke bauen über das Mittelmeer, um dort die Stadt einnehmen zu können. Ein Auftrag monumentaler Größe.

Und es hat tatsächlich geklappt. Das Baumaterial kam von Städten, die sie vorher zerstört hatten, damit sie neues Baumaterial hatten für ihre Brücke.

Also unglaublich, was da gelaufen ist. Der Bau des Panama-Kanals. Ich weiss nicht, ob ihr den kennt. Ein super simpler Auftrag. Bitte verbinde der Pazifische Ozean mit dem Atlantischen Ozean.

20.000 Menschenleben hat der Bau gekostet und hat Jahrzehnte gedauert. Ein unglaublich grosser Auftrag 1914 fertiggestellt und wir alle haben wahrscheinlich irgendwas an oder Schuhe oder so, die dank des Panama-Kanals in der Schweiz gelandet sind.

Die besten Aufträge sind solche, die gross genug sind, dass sie etwas bewegen, dass sie einen Unterschied machen, dass sie aber einfach genug sind, dass sie machbar sind und schwierig genug, dass sie herausfordernd sind.

Und heute werden wir sehen, wie der Meister, der Meisterauftraggeber Jesus einen Auftrag erteilt. Eine Meisterklasse im Auftrag erteilen.

Wir können so viel davon lernen. In unserem Bibelabschnitt von Lukas 9, Verse 1-6 werden wir das dann nachlesen. Ein bisschen Kontext.

Wir sind da genau in der Mitte von den drei Jahren Dienst von Jesus. Also die erste Hälfte ist um 18 Monate. Jetzt kommt die letzte Hälfte und genau so etwa in der Mitte ist Jesus dann nicht mehr solo unterwegs.

Die Jünger waren zwar bei ihm und mit ihm bis zur Hälfte, aber er war der einzige, der vom Reich predigte. Er war der einzige, der heilte, der einzige, der Brot vermehrte, der einzige, der Dämonen austrieb.

Aber jetzt nicht mehr solo. Jetzt werden die zwölf Jünger ausgesendet, um diese Botschaft weiterzubringen. Ein gefährlicher Auftrag für diese zwölf.

Und wir lesen gemeinsam den Text. Aus Lukas 9, Verse 1-6 Vers 2-6 Wer aber die zwölf zusammengerufen hatte, gab er ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten.

Und er sandte sie, das Reich Gottes zu predigen und die Kranken gesund zu machen. Und er sprach zu ihnen, nehmt nichts mit auf den Weg, weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld, noch soll jemand zwei Unterkleider haben und in welches Haus ihr eintretet, dort bleibt und von da geht weiter.

Und wo immer sie euch nicht aufnehmen werden, geht fort aus jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füssen zum Zeugnis gegen sie. Sie gingen aber hinaus und durchzogen die Dörfer nacheinander, indem sie die gute Botschaft verkündigten und überall heilten.

Die Predigt heute ist gegliedert in drei Teile. Der Auftrag, die Methode und dann noch die Warnung dazu. Und wir starten mal mit dem Auftrag.

Wir schauen uns jetzt ganz genau an, was jetzt dieser Auftrag war. In einer ersten Welle schickt Jesus seine ersten Begleiter, die zwölf und später dann noch siebzig.

Und wie viele hat er heute ausgesendet? Ja, Millionen. Wir sind alle ausgesandt von ihm, vom grossen Meister, um in seinem Dienst zu stehen.

Im Vers 1 heisst es, als er aber die Zwölf zusammengerufen hatte. Jesus zündet hier die nächste Raketenstufe der Evangeliumsverbreitung. Und der Auftrag an die Jünger ist nicht aus Matthäus 28, geht hin in alle Welt, sondern es ist ein kleiner Auftrag.

Es ist lokal. Sie sollen in Israel bleiben. Sie sollen noch nicht in die anderen Länder rumgehen. Und zu diesem Zeitpunkt hatten sie ja noch gar keine Ahnung, wie gross ihr Auftrag werden würde.

Aber Jesus wusste das und beginnt mal klein. Das ist sozusagen ein Praktikum. Ein Praktikum für die zwölf Jünger. So ein erstes Stage für sie. Und dann heisst er, dann gab er ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heiligung von Krankheiten.

Also der Auftrag beginnt, indem Jesus Equipment gibt, Ausrüstung, Befähigung, um den Auftrag auszuführen. In dem Fall Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten.

Und keiner konnte sowas tun, außer Jesus. Und jetzt gibt er die Macht, die er hat, weiter an seine zwölf Jünger, als er die aussendet.

Und dieser Schritt war ganz, ganz wichtig. Denn so wurden die zwölf Jünger als echte Gesandte identifiziert. Sozusagen eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung.

Ihre Botschaft und die Zeichen und Wunder, die gemeinsam da Teil waren des Auftrags. Es bestätigt einerseits die Botschaft, denn wenn jemand solche Wunder tut, wie Jesus sie tut, dann müssen das sicherlich Jünger von diesem Jesus sein.

Und das andere ist, wenn sie die gleichen Werke tun wie Jesus, dann ist sicher auch die Kraft, die in Jesus war, ihnen weitergegeben.

Talia Rinaldo, welcome. Und dann heißt es weiter im Vers 2, und er sandte sie, das Reich Gottes zu predigen und die Kranken gesund zu machen.

Und dies war exakt der gleiche Auftrag, wie ihn Jesus hatte. In Lukas 4, 43, da lesen wir, Jesus sprach zu ihnen, Ich muss auch zu den anderen Städten gehen, das Evangelium des Reiches verkünden, denn dazu bin ich gesandt worden.

Dazu ist Jesus gesandt worden, um das Evangelium zu verkündigen. Und er gibt seinen Jüngern jetzt den gleichen Auftrag. Die Multiplikatoren, so der verlängerte Arm von Jesus.

Und wenn wir da den Text anschauen. Und er sandte sie, das Reich Gottes zu predigen.

Kein Auftrag, die Gesellschaft zu transformieren. Kein Unterwandern der Regierung, um die Herrschaft Israels wiederherzustellen über die Römer.

Kein pompöser Auftrag mit grossen Pferden und Harfenspielern, die da rundherum gehen. Nein, sie sollten ganz einfach das Reich Gottes predigen. That's it.

Das Wort für Predigen da im Grundtext, Der Königskeruzzo wurde auch benutzt für so Herolde. Also wenn ein König, bevor er in eine Stadt kam, sandte er Herolde voraus und die haben angekündigt, Hör zu, der König kommt, eine wichtige Botschaft vom König.

Es war also nicht die Botschaft des Herolds, sondern der Herold war zuständig, die Botschaft des Königs weiterzugeben. Also jemand, der im Namen von jemand anderem eine wichtige Botschaft vermittelt.

Es war nicht ihre persönliche Nachricht, die sie weitergegeben haben, ihre persönliche Meinung. Es war die Botschaft von Jesus. Begleitet mit Zeichen und Wunder als Visitenkarte, dass die Botschaft, die sie verkündet haben, auch wirklich echt ist.

Das Heilen von Krankheiten und Austreiben von Dämonen war der äußerliche Teil des Auftrags, aber der innerliche war noch viel wichtiger. Jesus wollte ja eine Veränderung der inneren Menschen, nicht nur der äußeren.

Ein Kommentator schreibt, Jesus kündigte sein Reich sowohl durch seine Predigt als auch durch seine Heilungen an und sandte seine Jünger aus, dasselbe zu tun.

Hätte er sich nur auf das Predigen beschränkt, hätten die Menschen sein Reich möglicherweise rein geistlich verstanden. Hätte er nur hingegangen und hätte nur geheilt, ohne zu predigen, hätten sie die geistliche Bedeutung seiner Sendung möglicherweise nicht erkannt.

Die meisten seiner Zuhörer erwarteten einen Messias, der ihrer Nation Wohlstand und Macht bringen würde. Sie zogen materielle Vorteile der geistlichen Einsicht vor.

Die Wahrheit über Jesus ist jedoch, dass er sowohl Gott als auch Mensch ist, sowohl geistlich als auch leiblich, ebenso umfasst das Heil, das er anbietet, sowohl die Seele als auch den Körper.

Ganz heidlich. Leider wollten die meisten Leute nur den äußeren Segen. Jetzt kommt da einer, der vermehrt Brot. Warum soll ich noch an meinen Acker bestellen, wenn ich da einer komme, der Brot vermehren kann?

Und Fische vermehren muss ich ja gar nicht mehr fischen. Innerlich wollten sie nicht umkehren. Äußerlich wollten sie einen Messias, der stark ist und die Römer besiegt.

Schade zu hören. Schade. Ein anderer schreibt, traurigerweise lehnten die Menschen dort in Galiläa Jesus auch ab. Genauso wie bei seinem ersten Dienst in der Stadt.

Obwohl sie seine wunderbare Macht über Dämonenkrankheiten und Tod nicht leugnen konnten, wiesen sie ihn voll Selbstgerechtigkeit und Stolz zurück. Sie wollten seine Diagnose nicht akzeptieren, dass sie geistlich arm, gefangen und blind waren.

Das Evangelium ist nicht in Stücken zu haben. Es ist kein Evangelium in Ratenzahlungen. Dienteil möchte ich ja gern, der Segen ja bitte, Buße tun nein danke.

So ist das Evangelium nicht zu haben. Jesus nachzufolgen ist eine Alles-oder-nichts-Entscheidung. Er will dich ganz. Jesus will dich ganz.

Mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft. Alles. Und in seinem Reich, wo er der König ist, da ist Frieden, da ist Hoffnung, da ist Gerechtigkeit.

Jesus hält ja den Himmel auch nicht teilweise dann zurück. Ich gebe euch dann mal ein Drittel der Wohnung, die ich vorbereitet habe. Nein. Mit Jesus bekommen wir alles.

Und deshalb will er auch alles haben. Das zu predigen war dieser gefährliche Auftrag der Jünger. Es war Zündstoff. Jetzt kommen wir aber zu der Methode, wie die Jünger das denn genau tun sollen.

Und er sprach zu ihnen, nehmt nichts mit auf den Weg, weder Stab, noch Tasche, noch Brot, noch Geld, und soll niemand zwei Unterkleider mitnehmen.

Und in welchem Haus ihr eintretet, dort bleibt. Und von da geht weiter. Also die Jünger sollten leicht unterwegs sein. Schnell, mobil, von Haus zu Haus. Für Jesus drängte die Zeit noch 18 Monate.

Die Jünger haben ja nicht verstanden, dass der Meister bald nicht mehr da war. Aber Jesus wusste, die Zeit ist jetzt da. Ihr müsst raus. Die Botschaft des Reiches muss verkündigt werden. Weil bald würden sie alleine zurückbleiben.

Der Schwerpunkt des Auftrags zeigt auch, es waren nicht materielle Güter. Sie sollen leicht unterwegs sein. Das ist sehr wichtig.

Sie sollen kein Geld mitnehmen. Er sagt, das lese ich nachher. Aber ich habe mir vorgestellt, wenn jetzt da in der Stadt Zürich, das sind zwölf Leute, die könnten alle Krankheiten heilen.

Weisst du, wie schnell die reich wären? Was die Leute bereit wären, um zu bezahlen, dass ihre Krankheit vielleicht unheilbar auf einmal weg ist. Und da sind noch zwölf davon.

Das ist ein riesen Risiko gewesen für die Jünger, dass sie sich nicht bestechen lassen. Und Jesus weiss das und sagt, hey, nehmt schon mal gar nichts mit. Geht in ein Haus und verdarrt. Sieht weiter zum nächsten.

Matthäus 10, die Parallelstelle sagt, er heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Ausserätzige, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt.

Verschafft euch nicht Gold, noch Silber, noch Kupfer in eure Gürtel. Das ist eine üble Sache, wenn das Evangelium kommerzialisiert wird. Wenn er mit Namen des Geldes die Botschaft Jesu verkündet.

Scharlatane gab es damals, gibt es auch heute genug. Die Jünger sollten nur mit dem Allernötigsten reisen. So, was heisst das jetzt? Können wir jetzt alles verkaufen und nur noch mit Sandalen durch Zürich schlendern, von Haus zu Haus?

Es war eine temporäre Sache. Die Zeit drängte sehr. Es war ein sehr eingeschränkter Auftrag, die Zeit. In Matthäus 28 lesen wir nichts mehr von Sandalen und von Stöcken und Stäben.

Sondern der Auftrag dort lautet, geht hin in alle Welt. Also die Methode, die Jesus hier wählt, ist Haus zu Haus Methode. Und dann sagt er aber, wo auch immer ihr nicht aufgenommen werdet, geht fort aus der Stadt und schüttelt den Staub ab von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie.

Die Jünger sollten keine Zeit verschwenden. Sollte jemand das nicht aufnehmen, das Evangelium nicht hören, dann sollen sie weiterziehen. Und den Staub von den Füßen abzuschütteln machen wir ja heute nicht mehr so.

Aber das war ein eindeutiges Zeichen. Ich möchte mit dieser Stadt oder mit diesem Haus nichts zu tun haben. Doch was in diesem zweiten Teil der Methode ins Auge sticht, machen wir jetzt einen kleinen thematischen Ausflug, sind die Führungsmethoden von Jesus.

Wie führt Jesus denn seine Jünger? So ein kleiner Zeitenausflug. Wir können eine Menge lernen von Jesu Führungsmethoden. Ja, Jesu Führungsmethoden.

Eine kleine Lektion in Jesu Führungsmethoden. Jesus hat seine Jünger zuerst gelehrt und dann hat er sie ausgesendet. Er hat sie nicht einfach ahnungslos ausgeschickt.

Hey, figure it out. Findet es selbst raus. Nein, die Jünger haben 18 Monate von Jesus bei Jesus gelernt und jetzt sind sie in der Lage, um das weiterzugeben.

Der Meister hatte gepredigt. Matthäus 5-7, die Bergpredigt. Alles haben sie gehört. Darum macht man ja eine Berufslehre. Bevor man sich Bäcker nennen kann, muss man zuerst eine Lehre zum Bäcker machen.

Oder Bäckerkondit. Menschen zu beauftragen, ohne sie richtig auszurüsten, ist Fahrlässing. Vor ein paar Jahren war mal ein Mission-Team, also ein Short-Term-Mission-Team unterwegs in der Schweiz und wir wollten da im Zürich-Oberland uns da hin und her durchs Dorf und dann, ja komm, wir nehmen alle Fahrräder und dann fuhren wir so durchs Dorf mit dieser, so bergab mit dieser Gruppe und plötzlich haben wir angehalten und wollten rechts abbiegen und eine ist einfach weiter gesaust mit ihrem Fahrrad.

Weiter gesaust mit ihrem Fahrrad und sie ist fast gestürzt. Und ich dachte, was ist passiert? Und sie, ich bin noch nie Fahrrad gefahren. Und sie ist da den Hügel runter und ah! Das ist auch für Eltern sehr wichtig.

Wenn wir unseren Kindern Anweisungen geben, wir müssen sie lehren, bevor wir sie beauftragen. Sonst erwarten wir etwas, was das Kind ja gar nicht wissen kann. So die klassische Mami mit dem Babybrei-Löffel.

Ich habe es, glaube ich, hier aufgelistet. Da ist die Fahrradgeschichte und da. Was macht die Mama, wenn sie den Babybrei gibt? Ah! Oder? Das Baby soll sehen an der Mutter, ah, ich muss den Mund aufmachen und jetzt kann ich, flüge ich in die Garage, in Hangar oder wie auch immer ihr das gelernt habt.

Also zuerst lehren und dann den Auftrag erteilen. Zweitens, Jesus gab spezifische Anweisungen. Er hat klar und deutlich kommuniziert, was sind die Anweisungen.

Nicht angenommen, ja, die wissen dann schon, wie es geht. Nein, er hat ihnen gesagt, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie angenommen werden oder wenn sie abgelehnt werden. Und unklare Anweisungen führen zu unklaren Resultaten.

Seid ihr einverstanden? Zum Beispiel auch bei der Kindererziehung so wichtig. Klare Anweisungen, klare Instruktionen. Das ist mir selber so oft passiert. Dann auch, das Kind hat nicht gefolgt, David ist ja auch da.

Etwas hat nicht geklappt, ja. Das Problem war nicht die Ausführung. Das Problem war, meine Anweisung war nicht genau. Und dann darf ich auch nicht erwarten, dass es richtig gemacht wird. Schwammiger Auftrag, schwammiges Resultat.

Kuchenrezept. Da steht, backen bis durch. Was ist durch? Verbrannt, roh.

Was ist durch? 180 Grad, 30 Minuten. Oder Ikea. Verbinde das lange Stück mit dem mittleren Stück.

Wenn das steht in der Anleitung, dann dauert der Umzug Jahre. Es muss konkret sein. Stück A muss mit Schraube B zu Stück C.

Und zwar, so muss es aussehen. Klare Anweisungen. Und Jesus wusste, um seine Jünger gut zu führen, in seinem Praktikum benötigen sie klare Anweisungen.

Drittens, Jesus gab seinen Jüngern den nötigen Freiraum. Einmal beauftragt hat Jesus nicht alle fünf Minuten in den Jünger-Chat geschrieben.

Was macht ihr? Wie geht's? Wo seid ihr? Gibt's Probleme? Ich denke, so sieht das aus, wenn Jesus einen Chat hätte mit den Jüngern.

Naja, machen wir das wieder weg. Die Jünger wurden so angewiesen, dass sie auch in der Lage waren, selbstständig vor Ort entscheiden zu können.

Freiraum zu haben. Und die Jünger Jesu mussten auch nicht alle Minuten sagen, Jesus, ist das Gute so, wie ich das mache? Darf ich jetzt in das Haus? Nein. Der Auftrag war erteilt. Die wurden ausgerüstet, um vor Ort das ausführen zu können.

Kein Mikromanagement von Jesus. Und wenn wir darüber nachdenken, merken wir erst, wie recht und wie gut es Gott mit uns meint. Das Neue Testament schreibt uns nicht vor, welches Gewürz wir in unser Risotto-Ei-Fungi tun müssen.

Es steht auch nicht, wie die Stühle hier gestuhlt werden müssen, welche Instrumente und in welcher Tonlage wir spielen müssen. Aber wenn es ums Herz geht, ist die Bibel ganz genau.

Wenn es ums Leben mit Gott geht, ist die Bibel ganz konkret. Wenn es um unsere Beziehung zu Gott geht, zu den Mitmenschen. Und es ist die perfekte Mischung aus klaren Anweisungen, aber Freiheit und Freiraum, um wirklich den Auftrag ausführen zu können.

Jesus hat den Jüngern auch Kompetenzen gegeben, vor Ort selber zu entscheiden. Nichts Ärgerliches. Du gehst in den Laden, du fragst etwas. Ja, ich muss den Chef fragen. Ja, ich muss den Chef fragen.

Ja, darfst du Rabatt geben? Weiß nicht, ich muss den Chef fragen. Ja, dann hol doch gleich den Chef. Einer, der die Kompetenzen hat, um das Geschäft zu ermöglichen. Das ist für den Mitarbeiter sehr frustrierend, der Kunde frustrierend, für alle frustrierend.

Jesus macht das hier perfekt. Er gibt den Jüngern genau die Freiheit, die sie benötigen, um ihr Praktikum bestmöglich durchzuführen. Viertens, Jesus hat Erwartungsmanagement betrieben.

Das ist jetzt ein bisschen Anglizismen da drin versteckt. Aber Jesus hat ihnen transparent aufgezeigt, was sie erwartet. Sie werden nicht Erfolg haben in jedem Haus.

Es wird Widerstand geben. Sie werden rausgejagt werden. In Matthäus 10 wieder in der Parallelstelle wird Jesus noch deutlicher. Matthäus 10, 16.

Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Seid nun klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Menschen, denn sie werden euch an Gerichte überliefern und die Synagogen und euch Geißeln und auch vor Stadthalter und Könige werdet ihr geführt.

Und meinetwillen, wenn sie euch dann aber überliefern, so seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollt.

Denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet. Mit anderen Worten, liebe Jünger, macht euch nichts vor.

Dieser Auftrag ist gefährlich. Er ist anspruchsvoll. Und Jesus ist da komplett transparent. Aber auch wichtig, Jesus ist transparent, was unsere Belohnung im Himmel angeht.

Oder? Stellt euch vor, das wäre so ein bisschen schwammig offenbar. Und ihr dürft dann einmal mit Jesus sein. Vielleicht, vielleicht nicht. Vielleicht werdet ihr angenommen, vielleicht nicht. Keine Unsicherheit.

Jesus ist transparent. Und zum Schluss noch. Jesus hat mit seinen Jüngern den Einsatz besprochen. Nachher, wir lesen in Lukas 9 ein paar Verse weiter, Vers 10.

Und als die Apostel zurückkehrten, erzählten sie ihm alles, was sie getan hatten. Und er nahm sie mit und zog sich abseits zurück nach einer Stadt mit Namen Bethsaida. Wir könnten aus dem Fachjargon heissen, dass Jesus sich zurück zu einem Offsite Debriefing mit seinen Jüngern zog.

Es war ihr erster Einsatz. Sie haben viel Erfahrung gesammelt. Sie haben das geteilt, diskutiert. Erfolge, Misserfolge. Wir lesen an einer anderen Stelle, dass es die Jünger nicht geschafft hatten, einen Dämon auszutreiben.

Vielleicht kennt ihr diese Stelle. Und Jesus sagt, diese drei gehen nur mit Fasten und Gebet und so weiter. Aber es hat nicht alles geklappt. Aber sie haben das besprochen. Und die Erteilung des Auftrags ist führungtechnisch genauso wichtig, wie das Besprechen nach dem Auftrag.

So viele Goldnuggets stecken in ein paar Versen drin, jetzt nur zu Führungthemen. Aber wir kommen jetzt zu unserem dritten Teil, die Warnung.

Wir haben den Auftrag gesehen, die Methode. Und Warnung kommt jetzt vielleicht etwas unverhofft. Weil hey, es hat ja alles geklappt. Wo steckt da die Warnung?

Und beim Lesen habe ich diese Warnung unzählige Male überlesen. Sie ist nicht ganz so offensichtlich auf den ersten Blick. Aber dann schlägt sie ein wie eine Bombe. Ich lese die Parallelstelle vom Abschnitt aus Matthäus.

Hört mal gut zu. Vielleicht spürt ihr, wo die Warnung ist. Jesus rief seine Jünger, sendet sie aus. Dann steht, die Namen der zwölf Apostel aber sind, der erste Simon, der Petus genannt wird, und Andreas, sein Bruder Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder Philippus und Bartholomeus, Thomas und Matthäus, der Zöllner Jakobus, der Sohn des Alpheus, und Tadeus, Simon der Kananär, und Judas der Iskariot, der ihn auch überlieferte.

Zwölf Jünger ausgesendet, zwölf Jünger mit Vollmacht ausgestattet, um im Namen Jesu zu heilen, Dämonen auszutreiben, und die Botschaft des Evangeliums zu verkünden.

Judas ist auch dabei. Voll dabei. Er wird mit ausgesendet, mit beauftragt. Wie die anderen elf, bekommt er dieselbe Vollmacht und macht im Namen Jesu Wunder.

Er ist beauftragt, das Evangelium zu verkünden, die frohe Botschaft, wie die anderen auch, ohne dass er selber daran glaubt. Wow.

Judas ist dabei. Im Vergleich zu dem Meister haben ja die Jünger absolut keine Ahnung, dass da ein faules Ei mit ihnen unterwegs ist. Er hatte mit Steffen letzte Woche diskutiert.

Was war mit den Jüngern los? Sogar am Abend, Stunden vor der Kreuzigung, alle im Obersaal, und Jesus sagt, einer von euch wird mich verraten. Bin es ich, Jesus? Bin ich es? Komplett ahnungslos.

Ganz bis zum Schluss. Und diese Warnung ist echt ernst. Denn sie zeigt, wir können äußerlich voll dabei sein und innerlich tot.

Ich kann in die Gemeinde gehen, ich kann über Jesus reden, ich kann an Konferenzen gehen, christliche Camps, Caps tragen, Shirts, T-Shirts mit Jesus und Bibelfersen drauf.

Und noch dramatischer, ich kann hier stehen und von Jesus predigen und ich bin innerlich tot. Das ist alles möglich. Bei Gott geht es nicht ums Äußere, es geht um den inneren Menschen.

Jesus Christus hat kein Interesse an einem Fake-Christentum. Jesus geht es nicht um Äußerlichkeiten. Unsere Sünden wurden nicht vergeben, weil wir einfach dabei waren.

Weil ich gleich wie alle anderen das gemacht habe. Weil ich seit 35 Jahren in den Gottesdienst gehe. Weil ich mich in der Gemeinde wohlfühle oder hier mein soziales Netzwerk habe.

Ich muss wiedergeboren sein. Sonst bin ich kein Kind Gottes. Ich muss glauben von ganzem Herzen, dass Jesus für mich gestorben ist, auferstanden ist und ich jetzt Vergebung der Sünden habe durch ihn.

Und jetzt meine Beziehung zu Gott wegen ihm wiederhergestellt worden ist. Und das ist nichts Äußerliches. Das ist die Realität im Inneren des Herzens. Und vor Menschen kann man alles vorspielen.

Wir haben es bei den Jüngern gesehen. Drei Jahre mit Judas unterwegs. Tag und Nacht mit ihm gegessen. Alles. Aber vor Gott ist nichts verborgen. Judas war nur am Erscheinungsbild interessiert.

Am Äusseren, am Materiellen. Vielleicht hat Jesus das mit dem Geld besonders für Judas gesagt. Bitte nehmt da nichts an. Wir wissen ja, dass er da ein bisschen klebter unterwegs war.

Und genau wie Judas lehnten auch die allermeisten Juden damals den Messias ab. Weil sie ihr Herz nicht öffnen wollten. In Matthäus 13 von den Ackerböden, die vier Ackerböden.

Vielleicht kennt ihr da noch das Gleichnis. Der dritte Ackerboden. Genau solche Menschen wie Judas. Sie waren ein Leben lang mit dabei. Und erst am Schluss kommt es raus, dass sie nie echte Jünger waren.

Und in Matthäus 7, da schlagen wir noch auf. Das ist ein paar Kapitel vor der Aussendung. Matthäus 7, 21 bis 23.

Eine der dramatischsten Bibelstellen. Wenn ich nicht langärmlich da wäre, könntet ihr sehen, dass mir die Haare zu Bergen stehen.

Wenn ich das lese. Matthäus 7, 21 bis 23. Nicht jeder, der zu mir sagt, Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen.

Sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmel ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen, Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt.

Und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben. Und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan. Und dann werde ich ihnen bekennen, ich habe euch niemals gekannt.

Weicht von mir, ihr Übeltäter. Judas hatte diese Worte gehört. Er war dabei. Leider hat er sie nicht geglaubt.

Und unzählige Chancen auf Vergebung weggeworfen. Petrus hat die Chance ergriffen. Wurde vergeben. Und wurde dann zu einem Riesenwerkzeug für das Reich Gottes. Judas hat es abgelehnt.

So, trotz dieser Warnung gibt es gute Nachrichten. Jesus weiß alles. Und er ist an dir ganz persönlich interessiert.

Er will dich als echten Nachfolger, als echten Jünger haben. Und auch wenn uns Menschen täuschen können, Gott täuscht uns nie. Gott ist voll transparent.

Zum Beispiel, was die Kosten der Nachfolge sind. Wer mir nachfolgen will, nehme auf sich sein Kreuz und folge mir nach. Völlig transparent.

Prüfe dein eigenes Herz. Aus welcher Motivation bist du dabei? Und was mich auch sehr motiviert ist, obwohl Judas da dabei war, Gott ist genauso zu seinem Ziel gekommen.

Gott kommt mit uns zum Ziel und trotz uns zum Ziel. Und du darfst wissen, Jesus ist da und wartet mit offenen Armen auf dich.

Und er ist bereit, dir alles zu vergeben. Alles. Und dein Herz und dein Gewissen reinzumachen, weil er der gute Hirte ist, der sein Leben lässt für die Schafe. Wir landen das Flug langsam.

Und was dort mit den zwölf Jüngern gestartet hat, in diesem Praktikum, ist 18 Monate oder 19 Monate später zum grössten Auftrag der Menschheitsgeschichte geworden.

Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern. Milliarden von Menschen haben seither das Evangelium gehört und Millionen haben geglaubt und sind errettet worden.

Auch wir tragen diese Fackel weiter. Auch wir tragen diesen Staffelstab weiter. So ein verlängerter Arm der Apostel. Ein verlängerter Arm vom Meister Jesus Christus.

Und gut, dass, wie wir eingangs gesagt haben, die besten Aufträge sind solche, die gross genug sind, dass sie einen Unterschied machen. Einfach genug, dass sie machbar sind.

Und schwierig genug, dass sie herausfordernd sind. Ist gut, dass der grösste Auftrag aller Zeiten vom grössten Auftraggeber aller Zeiten kommt. Doch auch ganz persönlich, in deinem und meinem Alltag habt ihr Aufträge.

Ganz individuell. Vielleicht hast du pflegebedürftige Eltern. Eine schwierige Schulklasse. Schwierige Zeiten beim Arbeitgeber. Vielleicht kämpfst du mit gesundheitlichen, finanziellen Problemen.

Vielleicht ist da eine Nachbarin, der du so gerne vom Evangelium erzählen möchtest. Überlegst vielleicht Missionar in Asien zu werden. Vielleicht fragst du dich, wo kann ich mich in der Gemeinde einsetzen?

Folge den Anweisungen des Meisters. Der Bibel. Er erteilt den Auftrag. Er rüstet dich dazu aus. Und er wird dir auch die nötige Kraft und Mittel dazu geben, dass du das ausführen kannst.

Amen.