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Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen. Die zwei Lieder, die wir jetzt gesungen haben, übrigens.
Das vorletzte bezieht sich auf Offenbarung 4, Vers 10. Und dort sehen wir die 24 Ältesten mutig vor dem Thron, die ihre Siegesgrenze dem Herr Jesus zurückgibt.
Und sage dir, sieg alle Ehre. Dem Herr köre mir. In der Predigt von heute Morgen brauche ich jetzt erstmal eure Mithilfe.
Wir wollen nämlich gemeinsam die Inflation bekämpfen. Sonst geraten wir aus dem Gleichgewicht. Ich rede von der Inflation der Worte.
Frage an euch. Welches Wort ist wohl das am meisten gebrauchte, verbrauchte, missbrauchte Wort überhaupt?
Liebe. Liebe. Und als zweites, drittes, vielleicht Einheit, Friede und so weiter.
So, und jetzt müssen wir heute ausgerechnet über Liebe und Einheit und Friede sprechen. Lassen wir es doch nicht zu, dass unsere geistlichen Augen und Ohren sich verschließen vor der biblischen Lehre über die Liebe und die Einheit.
Nur deswegen, weil unsere Umgebung diese Worte so inflationär verhunzt, bleiben wir beim Wort der Wahrheit.
Als Nachfolger des Herrn Jesus lebst du würdig deiner Berufung. Das haben wir beim letzten Mal, glaube ich, relativ eindrücklich vom Apostel Paulus lernen können.
Epheser 4, Vers 1 bis 2a. Würdig leben im Gleichgewicht mit deiner Berufung. Welche Berufung? Deine Berufung zum Heil- und zur Hausgemeinschaft mit Gott.
Deine Berufung zum Leben in der Gemeinde, welcher Gott Frieden geschenkt hat mit ihm, selbst und untereinander. Deine Berufung zur vollen Erkenntnis Gottes und der Erkenntnis der Liebe unseres Herrn Jesus Christus.
Deine Berufung zum Leben in der überragenden Kraft der Größe Gottes. Das alles hat der Dreieinige Gott persönlich in die Waagschale geworfen für dich in Epheser 1, Vers 3.
Deine Berufung wiegt unendlich viel. Und jetzt geht es darum, dass dein Leben auf der anderen Seite der Waagschale dieser Berufung im Gleichgewicht entspricht.
Das macht der Heilige Geist in dir. Er verleiht deinem Leben durch die souveräne Gnade Gottes das nötige Gewicht.
Wie gestaltet das nun unseren Alltag? Das lernen wir nirgendwo in der Bibel. So kompakt wie in Epheser 4, 5 und 6 in der zweiten Hälfte des Epheserbriefs.
Ein Leben im Gleichgewicht mit unserer Berufung. Es hat zunächst einmal einige Grundkoordinaten.
Und davon haben wir beim letzten Mal schon drei kennengelernt. Demut, die erste Koordinate. Sanftmut, die zweite Koordinate.
Langmut, die dritte Koordinate. Heute lernen wir die vierte und fünfte kennen. Die vierte hier, die Liebe.
Und die fünfte, die Einheit. Heute kommen also zwei weitere Koordinaten zu unserem würdigen Wandel hinzu.
Ich lese den Text für heute Morgen. Epheser 4, Vers 2, B und 3. Wandelt würdig der Berufung.
Dabei ertragt einander in Liebe. Dabei befleißigt euch zu bewahren die Einheit des Geistes durch das Band des Friedens.
Das Wort Gottes für heute. Also die vierte Koordinate hier, die Liebe. Die Liebe ist die nächste Koordinate, die unserem Wandel die Richtung zeigt.
Und weil es Gottes Wort ist, ist das für uns keine Option. Es ist eine apostolische und damit göttliche Aufforderung von Vers 1.
Ich rede euch nun zu oder ich ermahne euch. Wandelt würdig eure Berufung. Und ertragt dabei in Liebe.
Ihr wisst noch, Wandeln ist ja mehr als nur unser biologisches Leben, unsere physische Existenz. Wandeln heißt, dein Leben mit Bestimmtheit zu führen, dein Leben zu leiten, zu gestalten.
Die Art und Weise, wie du deine Überzeugungen in die Praxis umsetzt. In deinem Verhalten, in deinem Benehmen. Warum nun ist also die Koordinate ertragen in Liebe?
Einander ertragen in Liebe führt den würdigen Wandel zu uns unverzichtbar. Nun, es gibt Christen, die wandeln würdig.
Sehr würdig. Hochheilig würdig. Unerträglich würdig. Mit Hochmut sehen sie auf die fehlbaren und unfähigen Christen herab.
Keine Spur von Demut. Lautstark verkündigen sie, was ein würdiger Wandel nach ihrer Meinung zu sein hat. Und ihre Meinung ist ja bekanntlich dasselbe wie Vox Dei, wie die Stimme Gottes.
Keine Spur von Sanftmut. Ungetuldig fordern sie ein, dass alle anderen das tun, was sie und wie sie es für richtig handeln.
Also würdig. Keine Spur von Langmut. Keine Spur von Demut, Sanftmut, Langmut. Wir sollen einander in Liebe ertragen.
Aber liebe Geschwister, wie sollen deine Geschwister dich in Liebe ertragen, wenn du so unerträglich bist?
Ertragen heißt je nach Zusammenhang tragen, durchtragen, aber auch aushalten, durchhalten, zurückhalten von etwas. Jetzt schaut mal, wie Gott das macht.
Gott selber hat schon im Bund mit Israel unser Vorbild fürs Tragen und Durchtragen gegeben. Er sagt zum Beispiel in Jesaja 46, Vers 4 zum Volk, Auch bis in euer Kreisenalter bin ich derselbe.
Und bis zu eurem grauen Haar oder vielleicht sogar zum weißen Haar. Bis zu eurem grauen Haar werde ich euch tragen. Ich habe es getan und ich werde heben, ich werde tragen und ich werde retten.
Jesaja 46, Vers 4 Im Einklang und Vorbild mit dieser göttlichen Verheißung sollen auch wir uns auf unsere menschliche Weise einander gegenseitig tragen, damit wir alle das Ziel erreichen.
Manchmal wird dieses Tragen natürlich auch zum Erdtragen, zum Langmut üben, zum sich zurückhalten. Auch das ist Gott nicht unbekannt.
Aber wer, wenn er, also nicht du, wenn er sich aufmacht zum Gericht. So sagt er auch in Jesaja 42, Vers 14 Sehr lange habe ich geschwiegen, sagt der Herr.
Ich blieb ruhig und hielt mich zurück. Er tragen. Aber jetzt kann ich nicht mehr an mich halten.
Oder in Jeremia 44, Vers 22 sagt Gott zu Israel. Und der Ewige konnte es nicht mehr ertragen. Wegen eurer Bosheit, eurer Handlungen, wegen der Gräuel, die ihr verübtet.
Und darum ist euer Land zur Einöde, zum Entsetzen, zum Fluch geworden. Ohne Bewohner, wie es an diesem Tag ist. Aber nun Gott sei Dank, der Herr hat sein Volk trotzdem getragen und ihm den Messias gesendet.
In Liebe. Und das Land ist immer noch euer Land. Und unsere Generation heute ist Zeuge davon, dass er das Land wieder blühen lässt.
Nichts mehr mit Ödnis. Es ist nicht mehr zu leugnen. Und wir sind gespannt auf die Erfüllung der weiteren Prophetie. Stück um Stück. Gott erträgt Volk und Land Israel.
Gott erträgt und trägt die Gemeinde des neuen Bundes aus allen Völkern. Und du erträgst du deine Geschwister. Auch und zwar in Liebe.
Überlegen wir uns noch das Gegenteil. Was wäre denn ein Ertragen ohne Liebe? Abstand. Distanz.
Zurückhalten. Schweigen. Weichen. Misstrauen. Vorurteile. Abneigung.
Bewusst, vielleicht auch unbewusst. Das ist kein gangbarer Weg für dich, wenn du dich zu Jesus Christus bekennst.
Wir wollen doch einander nicht ohne Liebe ertragen. Das ist sehr konkret. Und es wäre unwürdig deiner Berufung.
Ein Christ, der sich nicht daran beteiligt, einander gegenseitig in Liebe zu ertragen, ist eine Märchenfigur.
Genauso wie der Kaiser in dem Märchen des Kaisers neue Kleider. Du nennst dich Gläubiger, Wiedergeborener, Bibeltreuer, was weiß ich noch alles, Christ.
Und meinst, dass du ein würdiges Prachtgewand trägst. Nach Epheser 4, Vers 1.
Aber in Wirklichkeit stehst du nackt da vor Gott und der Welt. Weil du die christliche Garderobe nicht angezogen hast.
Es gibt einen christlichen Dresscode, den Paulus uns in Kolosser 3 gegeben hat, Vers 12 und 14. Die Kleider, die wir anziehen müssen, die heißen wie folgt, Vers 12 bis 14, Kolosser 3.
Zieht nun an, voilà, als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte. Das ist die Kurzfassung von den drei Kapiteln Epheser 1 bis 3.
Eure Berufung als Auserwählte, Heilige und Geliebte. Doppelpunkt. Herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut. Das entspricht da dem Vers 1.
Ertragt einander und vergebt, ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat. So wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr.
Das entspricht hier Vers 2. Zu all dem aber zieht an, Garderobe, die Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist.
Kolosser 3, Vers 12 bis 14. Liebe Geschwister, ertragt einander in Liebe und seid einander erträglich.
Tragt des Christen neue Kleider in Liebe. Diese Liebe sucht nichts als nur das Beste für den Mitmenschen.
Liebe sucht nichts als nur das Beste für den Mitmenschen. Liebe ist nicht egoistisch und egozentrisch. Es ist zentriert auf die andere Person.
Das Beste für Leib, Seele und Geist. Das Beste im Sinne Gottes. Das Beste im Sinne unserer Berufung. Ich zitiere einen Ausleger, der sagt, das biblische Wort für Liebe, also Agape jetzt in diesem Fall, wurde selten außerhalb der jüdischen Quellen und der christlichen Schriften benutzt.
Und die Christen haben dann definiert, was damit gemeint ist, biblisch, von Gott her. Also Gott hat es definiert, genauer. Unser Glaube drückt aus, was Liebe eigentlich ist.
Nicht das, was unsere Umgebung eben so allzu platt, so häufig darunter versteht. Was ist Liebe im Sprachgebrauch unserer Umgebung? Erotische Anziehungskraft.
Gefühle, die kommen und gehen, die kann man nicht beherrschen. Entweder man hat sie oder man hat sie nicht. Ich bin immer ein Opfer dieser meiner Gefühle. So falsch.
Nochmal diesen Ausleger zitiert. Liebe genießt die andere Person. Ja. Aber sie ist nicht fürs Genießen und Vergnügen gemacht.
Liebe ist kein Gefühl oder Emotion, sondern ein Akt des Willens. Also ich würde sagen, sie ist auch ein Gefühl, aber primär ein Akt des Willens.
Sie existiert nur in Beziehung zu bestimmten Leuten. Und sie kostet stets viel. Ende Zitat.
Weißt du, Gott könnte ja jetzt deinem Bruder und deiner Schwester in der Gemeinde auch ganz alleine helfen. Souverän.
Ohne irgendeinen anderen Menschen. Kein Problem für Gott. Aber er wollte es anders. Und er hat dich dazu bestimmt, seine Liebe zu zeigen.
Durch die Mitchristen. Ohne Bruder und Schwester hättest du ja gar niemanden, den du lieben könntest. Da würde ja gar keine Liebe stattfinden, weil es kein Objekt der Liebe gibt.
Du könntest sie nicht weitergeben. Du könntest nicht das weitergeben, was du empfangen hast von oben. Wenn wir zusammen sind, dann können wir einander Liebe geben und nehmen.
Dein Benehmen zeigt dann, ob du an den Jesus glaubst, den du mit deinem Mund bekennst. Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat.
Wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr. Kolosser 3, 13. In Liebe. Das war die vierte Koordinate.
Wir kommen nun zur fünften. Die Einheit. Da. Das 3. Wandelt würdig eurer Berufung. Dabei befleißigt euch zu bewahren die Einheit des Geistes durch das Band des Friedens.
Die Einheit, um die es hier geht, ist genauer gesagt die Einheit im Heiligen Geist. Die Einheit also, die der Heilige Geist uns geschenkt hat.
Die Einheit aus Juden und nicht Juden aller Art und Weise nach Epheser 2. Die Mauer ist weg.
Die Mauer ist weg. Er ist unser Friede. Die Einheit. Die Einheit, die wir durch die Geistestaufe erhalten haben. Wir.
Wir. Wir. Wir. Wir. Das ist die Gemeinde Jesu am Pfingsten. Damals. Das waren alles Juden. Wir.
Das ist die Gemeinde Jesu im Haus des Cornelius. Der erste Heide, der zum Glauben kam. Das waren alles Heiden. Wir. Das ist die Vereinigte Gemeinde Jesu aus Juden und Heiden nach Epheser 2.
So existieren wir. Jahr für Jahr bis heute und bis auf den Tag, an dem der Herr Jesus wiederkommt. Wir.
Wir. Das ist die weltweite Gemeinde Jesu. Die Gemeinschaft der Heiligen, der Wiedergeborenen auf dieser Erde. Und wir.
Das ist zugleich unsere lokale, örtliche Versammlung. Du und ich. In einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden.
Es seien Juden oder Nichtjuden. Es seien Sklaven oder Freie. Und wir sind alle mit einem Geist gedrängt worden.
Erste Korinther 12, Vers 13. Wir werden hier nicht aufgefordert, die Einheit herzustellen. Oder zu organisieren.
Einzurichten. Sondern wir sollen uns befleißigen, die Einheit zu halten. Also was man halten soll, das hat man ja schon. Aber es ist zu befürchten, dass man es verlieren könnte.
Im Gleichgewicht mit unserer Berufung zu leben, heißt also auch die Einheit festzuhalten, mit der uns der Heilige Geist ins Heil hineingetauft hat.
Da gibt es keine Unklarheit. Entweder du bist ein Kind Gottes oder du bist kein Kind Gottes. Entweder du hast den Glauben und bist wiedergeboren oder nicht. Keine Unklarheit.
Wenn du nun Gottes Kind bist und wir es sind, dann sind wir eine Einheit. Wie sollten wir sonst nachher auch das Mahl des Herrn miteinander feiern, wenn wir tatsächlich gar keine Einheit wären?
Der Apostel Paulus fragt, der Kelch des Segens, den wir segnen, das wird heute Daniel Arn mit uns machen, den Kelch segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Bundes?
Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Christus? Denn ein Brot, Zahlwort, ein Brot, ein Leib sind wir die Viele.
Und wir nehmen teil an einem Brot, Zahlwort, eins. Wenn wir Gottes Kinder sind, sind wir eine Einheit.
Einheit heißt nun nicht Gleichheit. Du und ich, wir gestalten unseren Lebenswandel im Rahmen und in der Nachfolge in unserer Berufung unterschiedlich.
Aber immer in Treue zum Wort Gottes. Mit den Koordinaten. Demut, Sanftmut, Langmut, Liebe und Einheit. Ja, Einheit heißt nicht Gleichheit.
In einem Einheitsbrei sind alle Zutaten gleich und nicht mehr erkennbar und alles sieht irgendwie gleich pampig aus. Aber in einer zusammengeführten Einheit erkennen wir mit Freuden mittendrin weiterhin die vielen Elemente, die da zusammengefügt worden sind.
Die lebendigen Steine zu einem Haus, dem Tempel, dem Bau Gottes. Die vielen Glieder zu einem Leib des Herrn Jesus Christus, die zusammengefügt wurden.
Du und ich, jedes einzelne, persönlich geliebte Gotteskind, miteinander zusammengefügt, zu einem größeren Ganzen, namens Gemeinde.
Genau genommen könnten wir hier auch sagen, der Heilige Geist hat uns zu einer Einheit des Geistes zusammengefügt.
Hier steckt nämlich das Wort Eins als Zahlwort drin. Gibt es nun nicht auf Deutsch, Einsheit. Aber der Punkt ist, dieses Wort von der Einsheit wird in den folgenden drei Versen hier dann ausgedeutscht.
Sieben Mal, sieben Mal. Ein Leib, ein Geist, eine Hoffnung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott. Was ergibt sieben Mal eins in der Mathematik des Epheserbriefs?
Sieben Mal eins gleich eins. Eine Einsheit in der Gemeinde Jesu.
Dieses Wort Einsheit kommt nur zweimal in der Bibel vor. Hier und dann zehn Verse später im Vers 13. Also, das sagt Paulus, bis wir alle hingelangen zur Einsheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife, der Fülle Christi.
Na nun, hier ist es ein bisschen anders als im Vers 3. Hier ist die Einsheit des Geistes im Vers 3, aber die Einsheit des Glaubens im Vers 13 ist offenbar noch nicht erreicht, bis wir alle hingelangen.
Eine Zielvorgabe. Dafür hat Gott nach Vers 12 die Apostel gegeben und die Propheten, die Evangelisten, die Hirten und die Lehrer, bis wir alle hingelangen zur Einsheit des Glaubens.
Wir sind eben als Einheit in einem Geist immer noch unterwegs. Der Leib wird ja immer noch aufgebaut, der ist ja noch nicht fertig. Vers 12.
Wieder mal die Spannung, oder? Zwischen dem schon jetzt und noch nicht. Zwischenzeit. Wir sind noch nicht fertig. Wir sind noch nicht tiptop.
Nicht alles klar. Nicht so cool. Aber das ficht uns nicht an. Denn wir wissen uns auf dem Weg.
Auf dem guten Weg. Und der Herr Jesus wird es vollenden. Wir mögen von Natur aus Sünder sein. Und das sind wir auch. Aber wir sind vom Geiste aus auch Gottes Kinder.
Kinder wachsen. Kinder wachsen. Gedeihen. Machen Fehler. Werden erzogen. Und Kinder werden ganz fest geliebt.
Die fleißigen Kinder machen uns natürlich dabei besondere Freude. Wir sind hier aufgefordert, fleißig die Einheit des Geistes zu bewahren.
Also wenn ich das Wort jetzt da befleißigt euch. Wenn ich das nicht übersetzen würde, würde ich sagen, sputet euch. Da steht tatsächlich das Wort sputen.
Sputat so. Sputet euch die Einheit des Geistes zu bewahren. Sich sputen kann entweder von der Zeit her zu verstehen sein oder von der Intensität her.
In 2. Timotheus 4, Vers 9 schreibt Paulus zum Beispiel zu Timotheus. Spute dich bald zu mir zu kommen. Also beeile dich.
Hier heißt es, sputet euch die Einheit des Geistes zu bewahren. Also seid bemüht darum. Intensiv bemüht darum. Seid erpicht darauf. Befleißigt euch.
Seid eifrig. Soweit wir wissen, gab es damals in Ephesus keinen konkreten, allzu konkreten Anlass dafür, dass Paulus das so geschrieben hat.
Aber trotzdem müssen wir es uns ab und zu mal gesagt sein lassen. Bevor es soweit ist, dass es einen konkreten Anlass geben würde.
Bevor sich jemand dazu befleißigen zu beginnt, die Einheit des Geistes mit Spaltung zu hintertreiben. Tatsächlich stolperten die Epheser ja auch später.
Allerdings nicht an der Koordinate Nummer 5, sondern an der Koordinate Nummer 4. An der Liebe. 40 Jahre später sagte Herr Jesus in seinem Brief an die Epheser durch den Apostel Johannes bekanntlich, dass sie die erste Liebe verlassen hätten.
Offenbarung 2. Und ihr Lieben. Die Liebe zu verlassen zu Gott und den Menschen, den Christen, den Mitgeschwistern.
Das bricht jeder Gemeinde das Genick. Es gibt kein würdiges Leben für Jesus ohne Demut, Sanftmut, Langmut, Liebe und Einheit.
Wir leben in der Einheit des Geistes, auch wenn wir noch nicht zur Einheit des Glaubens gelangt sind.
Vers 3 und Vers 13. Wie geht das? Es geht darum, gemeinsam der Erkenntnis des Sohnes Gottes nachzujagen. Vers 13. Die ist offenbar eben noch unvollkommen bei uns.
Also bei mir jedenfalls. Es geht darum, gemeinsam erwachsen zu werden im Glauben als Kinder Gottes. Gemeinsam zur vollen Reife aus der Fülle zu kommen, die Christus uns schenkt.
Das steht alles in Vers 13. Zusammengehalten werden wir nun durch das Band des Friedens. Frieden ist das Band, das uns zusammenbindet, der Friede Gottes.
Und der Friede Gottes übersteigt ja bekanntlich alles, was unser Gehirn zu begreifen imstande ist. Philippa 4, Vers 7.
Das Band des Friedens bewahrt uns die Einheit. Wer sagt das? Das sagt jemand, der gerade von einem anderen Band gefesselt ist.
Nämlich von Gefängnisketten. Da sind zwei ähnliche verwandte Wörter miteinander. Darum habe ich auch hier geschrieben, der gebundene statt der gefangene.
Okay? Damit wir das sehen. Zweimal ist hier von Banden die Rede. Paulus ist in der Haft gefangen, aber sein Geist ist frei für den Herrn Jesus.
Und er weiß, dass man seine Berufung zur Wortverkündigung nicht mit eisernen Banden fesseln und binden kann. Ich ertrage Leid bis zu den Fesseln wie ein Übeltäter, aber das Wort Gottes ist nicht gebunden.
Zweiter Timotheus 2, Vers 9. Wir. Die Gefangenheit, die wir suchen. Die einzige ist die, dass wir jeden Gedanken gefangen nehmen unter dem Gehorsam gegenüber Christus.
Zweiter Korinther 10, Vers 5. Die Gebundenheit, nach der wir streben, ist die, dass wir durch das Band des Friedens zur Einheit zusammengebunden sind.
Wenn du mit deinen Glaubensgeschwistern im Gemeindebündel zusammengeschnürt bist, durch das Band des Friedens, das uns rundherum umgibt, dann wird es schwierig für dich zu Täubele.
Wer um sich schlägt, heute meistens nur verbal, genauso schlimm, trotzdem.
Wer um sich schlägt, der verletzt die anderen, die eigentlich im Frieden zusammenstehen sollten. Das ist unwürdig.
Unwürdig. Unwürdig deiner Berufung. Unwürdig zu Epheser 1 bis 3. Da ist das Glaubensleben aus dem Gleichgewicht geraten.
Würdig gibt es nicht nur persönlich in der Berufung, sondern würdig gibt es auch in der Gemeinde.
Liebe, Einheit und Friede in Epheser 4, Vers 2 und 3. In den beiden Koordinaten von heute. Sie haben handfeste Grundlagen und Bedingungen.
Sie sind handfeste Grundlagen und Bedingungen für ein würdiges Christenleben und haben mit ihrer weltlichen, inflationären Beliebigkeitsverhunzung von Liebe und Friede und Einheit nichts zu tun.
Wenn du jetzt heute festgestellt hast, dass dein Leben sich aktuell nicht mehr an der Koordinate 4 oder 5 orientiert, nicht mehr ausgerichtet ist danach, dann rede ich dir nun zu.
Also auf Deutsch, ich ermahne dich, dein Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen mit deiner Berufung, mit der du berufen worden bist.
Wenn du das einsiehst, dann musst du dich nicht mehr erklären, nicht mehr selbst entschuldigen, kontextualisieren, rationalisieren oder dich irgendwie sonst herausreden.
Da kannst du einfach umkehren, du kannst Vergebung empfangen und dann anders weiterleben. Geh hin und zündige hinfort, nicht mehr.
Johannes 8, Vers 11. Und das gilt nicht nur für Liebe und Einheit, das gilt genauso auch für Demut, Sanftmut, Langmut.
Das gilt für alles in unserem Leben, wenn es darum geht, würdig zu leben. Es ist doch eigentlich erstaunlich, ihr lieben Geschwister, nach diesen ersten drei Kapiteln im Epheserbrief, hochstehender Theologie über Gott und die Welt und die Gemeinde, Gott, Welt und Gemeinde, beginnt der praktische Teil vom Epheserbrief nicht mit irgendwelchen komplizierten Lebenskonzepten für einen reifen Christen, sondern so einfach.
und doch so gewichtig in der Waagschale deines Lebens. In einem Satz zusammengefasst die letzten beiden Predigten, wandelt im Gleichgewicht mit eurer Berufung und lasst euch dabei leiten von Demut, Sanftmut, Langmut, Liebe und Einheit.
Amen. Amen.