Leben im Einklang mit deiner Berufung

Epheserbrief - Teil 1

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Prediger

Steffen Denker

Datum
27. April 2025
Predigtserie
Epheserbrief

Transkription

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Guten Morgen miteinander, auch von mir, liebe Neugeborenen Kindlein.! Wir wissen, dass unser neues Leben in Jesus, von Jesus verursacht ist, Kraft von seiner Ufersteig.

Ich soll euch heute Nahrung geben und ich muss sagen, noch nie ist die Messlatte für die Predigt so hochgeleitet worden, wie jetzt gerade heute Morgen im Gottesdienst.

Also ich gebe mir das Beste und ich weiß jetzt natürlich auch, was ihr alles könnt, nachher mir einen Verbesserungsvorschlag als Rückmeldung geben.

Okay, wunderbar. Ich danke dir vielmals, lieber Simon, dass ich es sehr hilfreich sehe, nicht nur für heute, sondern eigentlich auch für die Serie, wo wir heute ja werden starten mit dem Epheserbrief.

Das ist jetzt vielleicht nicht die klassische Predigt heute, sondern mehr so wie ein Anfang, wie ein Appetizer auf das, was in den nächsten Monaten wird auf uns zukommen.

Gut, denn wenn wir uns jetzt nochmal sammeln und der Herr bitte, dass er uns ruhig macht und dass wir uns auf dieses Wort, dann könnt ihr stellen.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Amen. Ein Leben in Würde. Wer wünscht sich das nicht?

Ein Leben in Würde ist ein breites gesellschaftliches Ziel. Zwei Beispiele. In Österreich gibt es ein Unternehmen, das heißt Leben in Würde und betreibt mehrere tausend Pflegeplätze im ganzen Land für Betagte.

Oder Für ein Leben in Würde. Das war der Titel, unter dem Brot für die Welt im Jahr 2021 das Strategiepapier veröffentlicht hat.

Hinter dem Engagement für ein Leben in Würde steckt viel guter Wille. Und vielleicht oder wahrscheinlich profitieren auch viele von uns irgendwie davon.

Wann hast du dir als Jesusbekenner das letzte Mal Gedanken gemacht, darüber führe ich ein würdiges Leben für Christus?

Ich habe gerade gehört aus eurem Mund das Gebet. Ein Leben für Gott, für ihn allein, das soll mein Leben sein.

Wirklich? Okay, dann seid ihr jetzt mehrfach bestens präpariert für das Wort Gottes und für das, was jetzt und in den nächsten Monaten kommen wird, aus dem Epheserbrief.

Denn genau darum geht es im Epheserbrief. Was ist ein Leben, das berufen ist, um würdig des Herrn Jesus zu sein?

Ich möchte heute Morgen also nicht die klassische Predigt in dem Sinn euch geben, sondern quasi den Apero zu dem, was in den nächsten Monaten in sechs Kapiteln Epheserbrief kommen wird.

Und heute Morgen drei Punkte haben. Das erste, warum der Epheserbrief? Was ist wichtig daran? Das zweite, ein paar Eckdaten zum Epheserbrief.

Wer, wann, wie, wo, was. Und das letzte, was darf ich denn erwarten? Was wird uns begegnen im Epheserbrief? Das erste, warum Epheser?

Warum Epheser? Nun, der Epheserbrief zeigt uns, wie die Glieder einer Gemeinde in Übereinstimmung mit ihrer Bestimmung leben.

Wenn du den Herrn Jesus lieb hast, wird das wohl dein sehnlichster Wunsch sein für dein Leben, dass es im Einklang mit deiner Berufung zum Herrn Jesus zur Ehre Gottes geschieht.

Das will ich. Die meisten Briefe des Apostels Paulus beschäftigen sich mit irgendwelchen spezifischen Problemen und handfesten Sorgen aus den Gemeinden.

In dem Epheserbrief ist das nicht der Fall. Und darum kann jetzt Paulus mal grundsätzlicher werden. Kann uns die Basics unseres Glaubens darlegen und was das bedeutet für unser Leben.

Drei Kapitel lang, erste Hälfte, redet er über unsere großartige Berufung als Glieder der Gemeinde. Und in der zweiten Hälfte, wieder drei Kapitel, wendet er dann, was er da gesagt hat, über die Schätze des Glaubens, wendet er an für unser Leben.

Was bedeutet das nun für unser Leben und wie können wir gemäß unserer Berufung leben? Also, Lehre führt zu Leben.

Aus der Wurzel wächst der Fruchtbaum. Theologie leitet zur Ausführung. Aus der Identität wächst die Praxis.

Auf dem Fundament wird das Gebäude errichtet. Und umgekehrt. Keine Lehre. Da kannst du auch nicht wirklich Jesus leben.

Hast du keine Wurzel. Da kann auch kein Fruchtbaum wachsen. Hast du keine Theologie. Dann weißt du ja gar nicht, wie du für Gott leben kannst.

Hast du keine Identität in Jesus Christus. Was willst du dann praktizieren? Wenn du kein Fundament hast, kannst du auch kein Haus bauen.

Das ist die erste und zweite Hälfte Epheserbrief. Gut, man könnte jetzt zwar sagen, ja, aber das macht Paulus ja so ähnlich auch in anderen Briefen.

Zum Beispiel Römerbrief. Kapitel 1 bis 11, die Theologie und 12 bis 16, dann die Praxis. Das stimmt zwar. Aber in keinem seiner Briefe wird das so deutlich wie im Epheserbrief.

Denn genau in der Mitte dieses Briefes stellt Paulus die entscheidende Frage oder vielmehr die entscheidende Aufforderung, in der du dann dein Leben in die Waagschale werfen kannst und testen kannst.

Lebe ich würdig in Übereinstimmung mit meiner Berufung. Wandel ich, wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid.

Epheser 4, Vers 1. Das Wort wandeln ist ein bisschen altmodisch, heißt auf Deutsch sein Leben führen. Und das Wort würdig zeige ich euch jetzt.

Also, was ist das? Eine Waage.

Und noch genauer, eine Balkenwaage. Das ist ein Balken, der ist hier aufgehängt, genau in der Mitte.

Und es hat zwei Waagschalen. Der Begriff würdig, der hier vorkommt im Epheser 4, Vers 1, stammt aus der Wirtschaft.

Und er bedeutet, wenn beide Schalen gleich schwer beladen, belastet sind und der Balken genau waagrecht steht, dann ist die Waage würdig.

Dann ist sie austariert. Dann steht der Balken würdig. Im Epheserbrief angewendet auf das Lehre und Leben stimmen überein.

Lehre und Leben stimmen überein. Ich zeige euch das mal auch im Epheserbrief. Ihr habt ja die Blätter vor euch.

Es gibt zwei Hälften. Auf der linken Seite die Berufung der Gemeinde. Dort werden wir hören über die Schätze unseres Glaubens.

Und auf der rechten Seite, wie lebe ich denn das, was Gott, was Jesus für uns parat hat. Ein Leben in Heiligkeit.

Hier steht immer in euren Bibeln, wandelt, wandelt, wandelt, wandelt. Das Leben in Einheit, das Leben in Heiligkeit, in Liebe, im Licht, in Weisheit.

Das Leben im Kampf. Das ist der Epheserbrief. Ich gehe davon aus, dass du als Kind Gottes dein Leben im Einklang mit deinem Herrn und Erlöser leben willst.

Ich benutze hier also das Wort würdig. Würdig hat nichts zu tun, ergo, mit alten Herren im schwarzen Anzug. Die würdigen Schrittes, so ist das mein Bild, oder?

Die gesetzten Schrittes durch das Leben schreiten und mit unverständlichen Worten ihre Rituale zelebrieren. Sondern würdig heißt, würdig für Jesus im Einklang für Jesus zu leben.

Ganz einfach. Das kann jeder von uns, wenn Gott in dir wirksam ist. Das Zweite, die Eckdaten zum Epheserbrief.

Wir lesen jetzt die ersten beiden Verse des Epheserbriefs. Paulus, Apostel Christi Jesu, durch den Willen Gottes an die Heiligen und an Christus Jesus Gläubigen, die in Ephesus sind.

Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Wer hat den Brief des Apostels Paulus geschrieben?

Ach so, Paulus, genau. Ja, Paulus hat ihn geschrieben. Er sagt es ja gerade hier selbst. Vermutlich aus seiner Gefangenschaft in Rom in den Jahren 60 bis 62.

Er war schon ein paar Mal vorher persönlich in Ephesus gewesen. Das erste Mal im Herbst 52. Als er die dortige Synagoge auch nach seiner Gewohnheit kurz besuchte, um dann direkt nach Jerusalem zu reisen.

Weil er die Feiertage im Herbst halt wie üblich auch in Jerusalem verbringen wollte. Apostelgeschichte 18, 18 bis 21. Der nächste Besuch im darauffolgenden Herbst 53.

Da macht er sein Versprechen wahr, geht wieder nach Ephesus und bleibt diesmal für zweieinhalb Jahre dort. Das heißt, die Epheser sind wohlgelehrt. Die wissen viel von der linken Hälfte des Epheserbriefs.

Persönlich von Paulus. In diese Zeit fällt auch die Gründung der christlichen Gemeinde. Es war nämlich so, dass nach ungefähr drei Monaten, in denen Paulus in der Synagoge gepredigt hat, die messianisch gewordenen Juden die Synagogengemeinde verlassen mussten.

Und es gab eine eigene Versammlung. Sie versammelten sich zuerst in der Schule des Tyrannus. Das berichtet uns Apostelgeschichte 19, Vers 1 bis 20, Vers 1.

Und dann kamen auch immer mehr Nichtjuden zum Glauben. In diese Zeit fallen auch die Zeichen und Wunder des Apostels Paulus, die ihr wirken durfte als Zeichen der Beglaubigung seines Dienstes.

Und in diese Zeit fällt der Aufstand des Silberschmieds Demetrius gegen Paulus.

Entschuldigung, war nicht persönlich gemeint. Also das ist alles im zweiten Besuch von Paulus in Ephesus. Das dritte Mal trifft Paulus die Ältesten von Ephesus, aber nicht in der Stadt selber, sondern in Milet, ungefähr 70 Kilometer weiter im Norden.

Warum dort und nicht in Ephesus? Wir wissen es nicht genau. Es kann sein, dass das daran liegt, dass Paulus auf einem großen Schiff unterwegs war, das Ephesus nicht anlaufen konnte.

Der Hafen von Ephesus hatte nämlich schon damals enorme Probleme mit Verlandung. Und heute ist es so, dass die Ruinen von Ephesus ein paar Kilometer weit im Landesinneren stehen.

Also das Problem konnte nie behoben werden. Apostelgeschichte 20, Vers 16 bis 38. Und danach, eben nochmal drei bis fünf Jahre später, konnte Paulus dann seinen Brief an die geliebten Epheser schreiben.

Jawohl, an die geliebten Epheser. Das Wort Liebe oder geliebt, lieben, kommt 20 Mal in diesem Brief vor. Sieben Mal im ersten Teil, 13 Mal in der Praxis.

Lieben, Liebe. Also ganz konkret, Jesus lieben und die Geschwister lieben. Den lieben, der dich berufen hat und die lieben, die Jesus genauso berufen hat.

Wie dich. Das ist Leben, würdig deiner Berufung. Wandelt in Liebe. Kapitel 5, Vers 2.

Wisst ihr, was passiert? Genau dieser Gemeinde musste er Jesus 35 Jahre später wieder einen Brief schreiben. Offenbarung 2, 1 bis 7. Und was schreibt er da?

Ihr habt die erste Liebe verlassen. Er wusste, warum er dieses Thema angesprochen hat im Epheserbrief. Kommt zurück. Hast du die erste Liebe verlassen?

Hast du die Liebe auf dieser oder auf jener Seite vernachlässigt? Dann komm wieder zurück. Die Liebe Christi drängt uns, dich dazu zu rufen.

Ist dein Liebeshaushalt mit Jesus und mit deinen Geschwistern und mit deinen Nächsten im Gleichgewicht? Wie kam der Brief nach Ephesus von Rom?

Nun vermutlich, nein nicht vermutlich, das steht so geschrieben. Tychikus war der Überbringer. Epheser 6, Vers 21. Der Kolosserbrief sollte auch von Tychikus überbracht werden.

Kolosser 4, Vers 7 bis 9. Und so nehmen wir an, dass die beiden Briefe zusammen unterwegs waren. Außerdem hat Tychikus noch den Onesimus mit dabei gehabt.

Den entlaufenden Sklaven des Philemon, an den Paulus noch ein Empfehlungsschreiben schreibt für den Onesimus. Und so wird es wohl gewesen sein, dass eines Tages Tychikus und Onesimus mit dem Epheserbrief und dem Kolosserbrief und dem Philemonbrief unterwegs waren von Rom nach Kleinasien.

Wer ist Paulus? Ein Stichwort gibt er uns. Apostel. Apostel Jesu Christi. Das ist eigentlich speziell, denn er gehört ja nicht zu den Zwölfen, oder?

Es gibt tatsächlich auch andere Personen, die Apostel genannt werden. Nicht die Apostel, auf denen die Gemeinde aufgebaut ist, von denen dann der Epheserbrief reden wird, sondern im allgemeinen Sinne als Abgesandte für Jesus.

Zum Beispiel Barnabas, Apostelgeschichte 14, 4. Der Herrenbruder Jakobus, 1. Korinther 15, Vers 7. Apollos, 1. Korinther 4, 6 und andere. Und dann kommt nochmal Paulus.

Er ist quasi nochmal eine Spezialkategorie, eine Extrakategorie. Er sagt von sich selber, 1. Korinther 15, Vers 8. Er sei eine unzeitige Geburt.

Er ist ein Nachzügler, ein Spätzünder. Denn er war nicht mit Jesus persönlich unterwegs während der drei Jahre. Jesus ist ihm aber bei der Berufung persönlich erschienen.

Von den Toren von Damaskus. Darum ist er quasi wie Apostel durch eine unzeitige Geburt. Warum wurde er denn überhaupt Apostel?

Hat er sich das so ausgedacht? Hat er gedacht, ich wäre jetzt eigentlich auch gerne mal Apostel? Das sei ferne. Er schragt es durch den Willen Gottes.

Gott wollte ihn zum Apostel haben. Seine Berufung vom Schaul zum Paulus, dem Apostel.

Die ist ja wohl an Dramatik nicht zu überbieten, oder? Kann man irgendwie eine dramatischere Berufung bekommen als Paulus?

Und wisst ihr was? Deine Berufung zum Glauben. Deine Berufung, dass du mit Jesus unterwegs bist. Die ist genauso dramatisch wie die von Paulus. Auch wenn der Herr Jesus dir nicht persönlich aus dem Himmel herab erschienen ist.

Genauso dramatisch. Weil es genauso der souveräne Willen Gottes ist, der dich in sein Reich geholt hat.

Auch für dich gilt. Gott will es so. Apostel durch den Willen Gottes. Christ durch den Willen Gottes. Darüber wird Paulus dann reden in Kapitel 1.

Wir werden dort hören von der Erwählung vor Grundlegung der Welt. Vers 4, Vers 11. Von der Vorherbestimmung nach dem Vorsatz dessen, der alles nach dem Rat seines Willens wirkt.

Also, bilde dir niemals etwas ein auf deine Bekehrung. Der Apostel Paulus hat sich auch nicht bekehrt.

Der wurde bekehrt von Gott. Oder? Wenn es ein dramatisches Beispiel dafür gibt, dann ist es genau dieser Apostel Paulus.

Und weißt du was? Wenn Gott das gute Werk in dir angefangen hat, dann wird er es auch vollenden bis auf den Tag Jesu Christi. Er ist der Thessalonicher. Er ist der Anfänger des Glaubens und er ist der Vollender des Glaubens.

Hebräer 12, Vers 2. Angefangen von deiner Berufung über deinen Lebensweg, deinen Wandel, bis hin zur Verherrlichung und Vollendung, für die er den Grundstock an Ostern, an der Auferstehungstag gelegt hat.

Also, aller Ruhm, wer auch immer, was auch immer geschieht, an geistlichen Dingen in deinem Leben, aller Ruhm gehört Gott, der Epheser 5, Vers 2, euch berufen hat.

Von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. Wer sind die Empfänger? Interessanterweise schreibt Paulus nicht an die Gemeinde in Ephesus, sondern er schreibt an die Heiligen und Gläubigen in Ephesus.

Das macht er sonst in keinem Brief so. Da müssen wir uns jetzt also damit auseinandersetzen, wer sind die Heiligen und wer sind die Gläubigen. Heilig sind wir, weil Gott uns heiligt.

Weil Gott uns zur Seite genommen hat, wie damals den Saul zum Paul. Heiligung ist das Werk Gottes an dir.

Es ist nicht dein Werk. Er heiligt dich, indem er dich umgestaltet in sein Bild. Heiligen heißt nicht regelmäßig seinen Heiligenschein polieren.

Denn Leute mit Heiligenschein sind scheinheilig. Aber, wenn Gott heiligt, der ist wirklich geheiligt.

Dazu dient uns der Epheserbrief. Gott sagt, das ist der Wille Gottes, eure Heiligung. 1. Thessalonicher 4, Vers 3.

Die Heiligen und die Gläubigen. Und das Wort gläubig kann man auch, also nicht gläubisch, für die, die das Wort kennen. Gläubig kann man auch mit treu übersetzen.

Und das sind zwei Aspekte des Glaubens. Dieses Wort steckt ja auch im Wort Vertrauen.

Treu. Treu, Vertrauen. Vertrauen einmal, indem ich jemandem vertraue. Also ich vertraue Jesus. Das heißt, ich glaube Jesus. Und zum anderen, ich erweise mich als Vertrauenswert.

Gegenüber Jesus. Das heißt, ich bin Jesus treu. Vertrauen und Treue.

Heißt glaube. Heißt glaube. Im Englischen funktioniert das, glaube ich, besser mit faithful. Das hat die beiden Aspekte, oder?

Ich vertraue Jesus. Und ich erweise mich als der, der Jesus vertraut. Ich glaube Jesus und ich bin zuverlässig.

Ich bin treu. Frage. Frage. Steht dein Leben auf diesem Fundament? Heilig? Glaubend?

Treu? Das sind die Empfänger von Ephesus und von Zürich. Die Heiligen und die Gläubigen. Okay.

Apropos Ephesus. Es gibt jetzt da tatsächlich in den ganz alten Abschriften von Epheserbrief einige, in denen das Wort in Ephesus fehlt.

Standen die im Original drin? Ich denke. Ja. Wir haben nämlich auch andere Handschriften, in denen diese Worte sehr wohl sind.

Die apostolischen Väter bekennen diesen Brief als heilige Schrift. Irenaeus von Lyon, zweites Jahrhundert aus Lyon, nennt ihn ausdrücklich den Epheserbrief.

Die Kirchenväter nennen ihn grundsätzlich den Epheserbrief. Und so gehe ich tatsächlich davon aus, dass diese Worte auch da standen. Manchmal sagt man, es könnte sich vielleicht um den Laodicea-Brief handeln.

In dem Kolosser 4 am Schluss sagt Paulus, wenn ihr ihn gelesen habt, liebe Kolosser, schickt ihn auch nach Laodicea, damit der Brief auch in Laodicea gelesen wird.

Und umgekehrt, mein Brief an die Laodicea soll auch bei euch gelesen werden. Ich glaube aber, dass der Epheserbrief ein eigener Brief ist. Den Laodicea-Brief, den Paulus da erwähnt hat, der ist leider verschollen.

Den haben wir nicht mehr. Der Epheserbrief ist ein eigenständiger Brief für die Versammlung in Ephesus. Und war vielleicht auch gedacht, so wie der Kolosserbrief, wie jener Laodicea-Brief als Rundschreiben.

Nicht nur für eine Versammlung, sondern dass man den Brief auch in die Gegend drumherum, in die Gemeinden drumherum noch weitergereicht hat. Wir hatten ja damals noch keine Bibel-Apps auf dem Handy, sondern man musste die Briefe physisch teilen.

In der Stadt Ephesus gibt es zwei Besonderheiten. Die Stadt Ephesus. Das eine ist die Lage, das zweite ist der Tempel.

Ephesus lag an der Westküste Kleinasiens als Ort von strategischer Bedeutung auf der Reise von Ost nach West, egal ob zu Lande oder zu Wasser. Durch Ephesus kam man praktisch immer.

Die Entfernungsangaben in der Provinz Kleinasien wurden angegeben mit so und so vielen Meilen bis nach oder von Ephesus. Also Ephesus ist der Referenzpunkt.

Ephesus war die Stadt Nummer drei im Römischen Reich nach Rom und Athen. Ungefähr 200.000 bis 250.000 Einwohner.

Riesenstadt. Es gab auch alles zur Zeit des Apostels Paulus, was das römische Herz begehrt. Bäder, Gymnasien, Stadien für Gladiatoren, Marktplätze.

Ein Theater, in dem dann das Theater mit dem Demetrios stattfand. Also der Aufstand. 24 Plätze neu gebaut von Nero und so weiter.

Was in Ephesus passiert, beeinflusst also die ganze Umgebung. Epheser ist der Kilometer Null für die Provinz Asien, was Olten für das Eisenbahnnetz in der Schweiz ist.

Und genauso ist es auch mit den jungen Christen. Was in der Gemeinde in Ephesus passiert, das ist irgendwie wichtig für die gesamte Region. Auch darum ist der Epheserbrief ein wichtiger Brief.

Er ist eine Art Referenzpunkt. Ist er eigentlich auch in deinem Leben dann ein Referenzpunkt? Nummer zwei, der Tempel der Diana. Ephesus trägt den stolzen Titel Tempelhüterin.

Der Göttin Artemis Diana hieß sie dann. Später bei den Römern. Es ist ein Weltzentrum der Religiosität.

Das größte Gebäude der Welt. Eines der sieben Weltbunde des Altertums. Auch ein okkultes Zentrum. Also wer Zauberei lehren wollte, der reiste nach Ephesus, um es zu lernen.

Glaubt mir, es ist kein Zufall, dass die geistliche Waffenrüstung im Epheserbrief gezeigt wird. Da findet die Auseinandersetzung statt. Zwischen, wie Paulus sagt, unser Kampf ist nicht mit Fleisch und Blut, sondern wieder Fürstentümer und Gewalten, die in den Lufthimmeln herrschen.

Das ist Epheserbrief. Im Epheserbrief prallen zwei Welten frontal aufeinander. Und wir leben in einer ähnlichen Situation.

Auch bei uns. Der Kontext hat sich geändert. Aber die Prinzipien sind genau gleich geblieben. Wir leben in einem Umfeld, das säkular ist, in dem Wohlstand herrscht, Streben nach Macht.

Aber man kennt den Gott der Bibel nicht oder nicht mehr. Außerdem verbinden viele Zeitgenossen ihren Materialismus mit irgendwelchen komischen religiösen Ideen. Und Okkultismus wird eigentlich auch durchgehend verharmlost.

Nichts Neues unter der Sonne. Wie in Ephesus. Aber jetzt kommt noch eine gute Nachricht. Wir leben nicht nur in Ephesus.

Wir leben auch in Christus. In Christus. Wir sind Bürger zweier Welten. Wir leben nicht nur auf dieser Welt.

Wir leben schon jetzt auch in der zukünftigen Welt. Der Epheserbrief zeigt uns, dass der Fürst der kommenden Ewigkeit stärker ist als der Fürst dieser Welt.

Epheser 2, 2 und 6, 11. Wir sind jetzt schon verbunden mit dem Herrn der Herren und dem König der Könige. Wir haben sogar jetzt schon einen Platz in der himmlischen Welt.

Epheser 2, 6. Zusammen mit Jesus Christus hat er uns vom Tod auferweckt. Letzter Sonntag. Und zusammen mit ihm hat er uns schon jetzt einen Platz in der himmlischen Welt gegeben.

Weil wir mit Jesus Christus verbunden sind. Epheser 2, 6. In Christus, im Geliebten, im Herrn. Kommt 15 Mal in dem kleinen Brief vor.

15 Mal nur diese Ausdrücke. 11 Mal im ersten Teil. 4 Mal im zweiten Teil. In Christus, im Geliebten, im Herrn.

Wir sind Bürger des himmlischen Reiches. Vers 2. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.

In diesem Vers ist eigentlich das ganze Evangelium kompromiert. Gnade und Friede. Gnade. Warum schreibt Paulus Gnade?

Nun, normalerweise schreibt man in einem Brief, der Gruß heißt normalerweise Freude. Scheire. Und jetzt verkristlicht Paulus diese römische Art zu schreiben.

Und schreibt nicht Scheire, sondern Charis. Tönt ähnlich, ist aber unendlich viel mehr. Charis. Gnade. Jemand hat gesagt, Gnade, das ist das Evangelium in einem Wort zusammengefasst.

Du bekommst etwas, das du nicht verdienst. Versöhnung mit Gott. Vergebung. Neues Leben. Ewigkeit. Gnade. Ich freue mich sehr darauf, diese Gnade mit euch zu entdecken.

In Freude, Dankbarkeit, Festigung, Halt für mein Leben. Für das, was wirklich zählt. Das zweite ist Friede.

Friede kommt aus der Gnade. Da dürfen wir tatsächlich an den biblischen Begriff von Friede denken. Schalom. Genug haben von allem, was nötig ist.

Keine Bedrängnis von innen. Keine Bedrängnis von außen. Wohlergehen. Und das Wichtigste. Frieden. Befriedet sein. Mit Gott. Weil wir versöhnt sind.

Weil du mit deinen Geschwistern, mit den Jüngeren und mit den Älteren in Einmütigkeit und Herzlichkeit zusammenlebst. Weil du sogar Friedenstifter werden kannst, die Jesus Christus selig preist.

Matthäus 5, 9. Dieser Frieden kann dein Verstand nicht produzieren. Und deswegen ist er auch höher als alle Vernunft. Kolosser 4, Vers 7.

Und weil er höher ist als alle Vernunft, kann deine Vernunft diesen Frieden auch nicht kaputt machen. Denn er ist ja höher als deine Vernunft. Preis den Herrn. Gnade und Friede sei mit euch.

Das Letzte noch. Das Dritte. Was darf ich erwarten vom Epheserbrief? Ihr könnt zu Hause in Ruhe diese Punkte da studieren, die ich euch aufgeschrieben habe.

Von A bis G. Wir haben verstanden. Es gibt zwei Teile. Es gibt unsere Berufung und die Schätze unseres Glaubens. Und es gibt zum anderen dann, wie wende ich das in meinem Leben an.

In drei Kapitel werden wir über die Schätze des Glaubens reden. Im Kapitel 1 zum Beispiel, wo der Lobpreis für Gottes herrlichen Plan zu finden ist, für die Gemeinde des Herrn mit allem, was dazugehört.

Wir finden dort ein Gebet, dass Gott dir die Augen öffnet für seine Herrlichkeit. Im Kapitel 2 finden wir den wundersamen Weg weg aus der Verlorenheit, hin zu einem ewigen Leben allein aus Gnade.

Wir finden den wundersamen Weg weg von der Feindschaft, hin zur Versöhnung zwischen Menschen in der Gemeinde. Stichwort hier Judenchristen, Heidenchristen zusammen in einem Leib.

Kapitel 3. Die Gemeinde, das Zeugnis für Gottes Weisheit im Errettungs- und Versöhnungsplan. Die Gemeinde ist der Ort, an dem wir die Fülle Gottes auf dieser Welt erleben können.

Erste Hälfte. In der zweiten Hälfte nun die praktischen Anwendungen. Zum Beispiel Kapitel 4. Wie praktizieren wir die Schätze des Glaubens in Liebe und Einheit in der Gemeinde auf einem zuverlässigen Fundament?

Wie kann ich das alte Leben wegwerfen wie dreckige, zerschlissene Kleider und durch eine gottgemäße Lebensart ersetzen? Wie geht das und was gehört da alles konkret dazu?

Kapitel 5. Wie geht es ein Leben im Liebe, ein Leben im Licht? Kapitel 5. Kapitel 5. Wie leben wir unsere Ehe mit der Hilfe von Gottes Segnungen?

Liebe junge Ehepaare und zukünftige Ehepaare, welchen Segen hat Gott für unsere Ehe bereit? Wie leben wir das? Und ihr lieben alten Ehepaare, wenn es nicht mehr so ganz, dann wie wird unsere Ehe erneuert?

Und durch die Berufung, durch die Schätze unseres Glaubens, sodass wir leben, wie es Gott gefällt. Kapitel 6. Dann die Anwendung, wie leben wir als Familie mit unserer Berufung?

Wie leben wir am Arbeitsplatz gemäß den Schätzen unseres Glaubens? und dann das Letzte eben noch, wie bestehen wir in dem Kampf, in den Auseinandersetzungen mit Jesus' feindlichen Gegnern, die uns böse wollen?

Viele Themen, Fragen, Gottes Antworten. Und nun wünsche ich tatsächlich, dass der Herr Jesus in dir eine echte Sehnsucht danach erwacht, weckt, aufweckt.

Dass du wächst im Glauben, dass du dich betend darauf vorbereitest. Er schenke uns, dass der Epheserbrief uns wachsen lässt im Glauben, uns beibringt, wie wir ein frohes Leben im Einklang mit unserer Berufung führen können.

Ein Leben in Würde. Ihr wisst jetzt, was Würde heißt. Ein Leben, auf dem oben drüber steht, heilig dem Herrn. Und so schließe ich für heute mit dem letzten Vers vom Epheserbrief.

Die Gnade sei mit allen, die unseren Herrn Jesus Christus lieben. In Unvergänglichkeit. Amen. Amen. Vielen Dank.